Paulas Nachrichten

Außen ganz hell, innen mit farbigen Wänden

14.01.2013, Von Julia Lutzeyer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Weißenhofsiedlung auf dem Stuttgarter Killesberg zeigt seit 1927, wie modernes Wohnen aussehen kann

Das Le-Corbusier-Haus in der Rathenaustraße

21 Häuser mit 63 Wohnungen zählten zur Weißenhofsiedlung auf dem Stuttgarter Killesberg. Leider sind im Krieg einige Bauten zerstört worden. Doch gut die Hälfte der teilweise bewohnten Anlage kann man sich zumindest von außen ansehen. Architekten, Stadtplaner und Gestalter aus vielen Teilen der Welt lassen sich bis heute von der Weißenhofsiedlung anregen.

Wohnblock von Ludwig Mies van der Rohe Fotos: dpa, Kraufmann

Und es könnte durchaus sein, dass du bei einer Entdeckungstour durch den Bruckmann-, Pankok- und Hölzelweg, die Rathenaustraße und Am Weißenhof auf Leute triffst, die viele Fotos schießen.

So jung die Weißenhofsiedlung mit ihren meist weiß gestrichenen Flachdachhäusern auch wirkt, sie hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Erbaut wurde sie 1927 in nur 21 Wochen unter dem wachsamen Auge von Ludwig Mies van der Rohe, also vor 86 Jahren. Ludwig Mies van der Rohe war einer der 17 Architekten, die in Stuttgart zeigen wollten, wie sie sich modernes Wohnen in der Großstadt vorstellen. Ihre Idee war, schnörkellose Wohnungen zu schaffen, in denen sich die Bewohner frei entfalten können.

Ganz neu für die damalige Zeit waren zum Beispiel verschiebbare Wände. Unverrückbar eingebaut waren oft nur die Küche, das Bad und die Toilette. Wo das Wohnzimmer und wo die Schlafzimmer sein sollten, konnten die Bewohner dann selbst entscheiden. Im Le-Corbusier-Haus in der Rathenaustraße ist mittlerweile ein Museum untergebracht.

In einer der zwei Wohnungen befindet sich eine Ausstellung über die ganze Siedlung, ihre Geschichte und ihre Bedeutung. Die andere Wohnung dient als Musterwohnung und kann besichtigt werden. Dabei sieht man zum Beispiel, dass die Innenwände in verschiedenen Farben gestrichen sind. Aber Achtung: Vom 21. Januar an ist das Museum für eine Woche geschlossen.

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