Paulas Nachrichten

Ausdenken und gleich ausprobieren

08.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Familie Brand aus Gummersbach erfindet Würfel-, Karten- und Zeichenspiele

Der große Tisch in der Küche ist ein wichtiger Ort für die Familie Brand aus Gummersbach. Die Stadt liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Emely und Lukas im Spielekeller: In den Regalen lagern rund 3000 verschiedene Spiele. Foto: dpa

An dem Tisch wird nicht nur gegessen. „Wir spielen hier auch“, sagt Emely. Sie ist zehn Jahre alt und verrückt nach Spielen – genau wie ihre Eltern und ihr zwei Jahre älterer Bruder Lukas. Emelys Lieblingsspiel heißt „Jäger der Nacht“. Darin geht’s um Werwölfe und Vampire. Das Besondere an der Familie: Die Brands spielen nicht nur sehr gern. Sie erfinden sogar eigene Würfel-, Karten- und Zeichenspiele.

45 Stück hat sich die Familie schon ausgedacht und bei Verlagen herausgebracht. Emely und ihr Bruder Lukas haben zwei eigene Spiele veröffentlicht: das Zeichenspiel „Zebra-Schwein“ und „Mogel Motte“. Für „Mogel Motte“ haben die Geschwister sogar den Deutschen Kinderspiele-Preis 2012 bekommen. Der Glaspokal steht im Wohnzimmer. Er ist nicht der einzige. Auch die Eltern sind schon für Spiele ausgezeichnet worden. Emely und Lukas spielten schon Gesellschaftsspiele, als sie noch klein waren. „Ich habe mich immer gewundert, warum unsere Nachbarn keinen Spielekeller haben“, sagt Emely. Der Keller der Familie Brand ist nämlich ein Spieleparadies. Ungefähr 3000 Spiele stapeln sich in Regalen, die bis zur Decke reichen. Gespielt haben die vier noch längst nicht alle. Denn auch die Familie Brand hat nicht immer Zeit zu spielen. „Das ist unterschiedlich und hängt davon ab, wann wir Schule haben und ob Papa auf der Arbeit ist“, sagt Emely. Außerdem spielen sie und ihr Bruder Handball. Und Lukas übt noch Schlagzeug. Aber ein bisschen Zeit finden die Brands immer. Zuletzt probierten sie „Bumm Bumm Ballon!“ aus. Dabei wird ein Ballon in einen Rahmen gespannt. Die Mitspieler müssen dann Stäbe in den Ballon drücken. Bei wem der Ballon platzt, hat verloren. Es passierte bei Lukas. Das fand er blöd. „Wenn ich verliere, bin ich für eine Stunde schlecht gelaunt“, sagt er. Und wie erfindet man ein Spiel? „Emely und ich saßen zusammen und wollten ein Spiel entwickeln, das es noch nicht gibt“, erzählt Lukas. Klingt einfach. Doch etwas komplizierter ist das schon. Die Geschwister erfanden zunächst eine erste Version des Kartenspiels „Mogel Motte“ auf Zetteln. Diese Version testeten sie und verbesserten das Spiel immer weiter. Der Verlag, der „Mogel Motte“ herstellt, brachte weitere Ideen ein. Klar, dass die Familie Brand stolz war, als das fertige Spiel vor ihr lag.

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