Paulas Nachrichten

Aus Pizza wird Brei – die Verdauung

15.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hm, Pizza, das ist lecker! Aber was passiert, wenn das Pizzastück im Mund verschwindet? Folge der Pizza durch den Körper: Schon bevor du die Pizza in den Mund schiebst, stellt sich der Körper darauf ein. Denn wenn das Essen herrlich duftet, läuft dir oft schon das Wasser im Mund zusammen.

Das hat einen guten Grund: Jetzt wird extra viel Speichel gebildet. Haps, rein mit der Pizza in den Mund. Und der viele Speichel macht aus den zerkauten Pizzastückchen Brei. „Die Verdauung beginnt eigentlich schon beim Kauen im Mund, der Pizzateig wird dadurch süß und weich“, sagt Rudolf Riepl. Er ist Magen- und Darmdoktor in Erding in Bayern.

Der Brei wird danach von Muskeln in der Speiseröhre in den Magen geschoben. Probier es einmal aus: Selbst wenn du deine Pizza im Kopfstand isst, rutschen die Stücke beim Schlucken in den Bauch Richtung Magen!

Der Magen ist eine Art Sack, etwa so groß wie eine Faust. Er arbeitet wie ein Betonmischer, der das Essen gut durchmischt und zerkleinert. Und es geht auch gleich richtig scharf zur Sache – mit Salzsäure. Damit werden möglichst viele gefährliche Bakterien im Essen getötet.

Aber greift die scharfe Magensäure nicht auch die Magenwand an? Nein, bei einem gesunden Menschen nicht. Denn die Natur hat dazu wieder eine tolle Erfindung! Die Magenwand wird durch eine Schleimschicht geschützt. „Das ist wie der Schutzlack beim Auto“, erklärt der Doktor.

Vom Magen wird der Brei durch ein winziges Loch in den Dünndarm gepresst. Als graue Riesenschlange liegt dieser Darmteil eng zusammengefaltet im Bauch. „Der Dünndarm ist der Wochenmarkt des Körpers – hier kauft der Körper alle wichtigen Nährstoffe ein“, weiß ein anderer Experte.

Ein kleines, aber wichtiges Organ hilft mit: die Bauchspeicheldrüse. Der Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse knackt die Stoffe auf, die in der Nahrung mitgeliefert werden: Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate. Diese Teilchen sind am Ende so klein, dass sie im Blut in die Leber transportiert werden und dort gespeichert werden können.

Die Leber ist die Kraftfabrik. Sie hat viele Aufgaben. Eine der wichtigsten ist: Die Leber speichert Nährstoffe und sie steuert, was mit den Stoffen aus dem Essen im Körper passiert: welche Stoffe sollen raus, welche werden gebraucht im Körper.

Was nicht verdaut werden kann, landet im Dickdarm – zum Beispiel versehentlich verschluckte Zähne oder Gras. Der Dickdarm ist eine Art Müllschlucker und Kläranlage zugleich. „Wir sind keine Kühe und können Gras gar nicht verdauen“, sagt Doktor Exner lachend.

Im Dickdarmschlauch wird der Masse Wasser entzogen und der ganze Brei wieder eingedickt. Der letzte Rest landet dann in der Toilette: braun, manchmal ziemlich stinkend – und nur noch zum Runterspülen geeignet.

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