Paulas Nachrichten

„Aufnahme läuft!“ – So entstehen Bücher für die Ohren

27.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Achtung Aufnahme“ steht auf dem roten Schild an der Tür zum Tonstudio. Nun wissen alle Mitarbeiter des Hörbuch-Verlages in Hamburg, dass sie im Flur leise sein müssen. Denn heute liest die Schauspielerin Claudia Kühn für ein neues Hörbuch: Es geht um die „Vampirschwestern“.

Claudia Kühn sitzt vor dem großen Mikrofon im Studio und blättert in ihrer Textvorlage. Im Sprecherraum ist es still. Damit auf der fertigen CD später keine Nebengeräusche zu hören sind, dämpfen besondere Wände die Geräusche von außen. Sie sind gegen Schall stark abgedichtet.

Durch eine Fensterscheibe kann Sprecherin Claudia Kühn in den Raum vor ihr schauen. Dort – im Regie-Raum – stellt ein Tontechniker die Aufnahmegeräte ein. Die Regisseurin, die das Sagen hat, sitzt neben ihm. Sie drückt auf einen Schalter, wenn sie Claudia Kühn auf der anderen Seite der Scheibe etwas sagen will: „Alles klar?“ Die Sprecherin nickt. „Gut, dann können wir anfangen.“ Die Stimme der Sprecherin ist im Regie-Raum klar zu hören. Die Regisseurin hat den Text vor sich auf den Tisch gelegt. Und sie liest jedes Wort mit. War da ein Buchstabe zu viel oder zu wenig? Darauf muss sie aufpassen. Auch auf die Betonung achtet sie genau. „Eine spannende Stelle kann man nicht ganz langsam erzählen“, erklärt sie. „Und wenn es gruselig wird, dann muss das auch zu hören sein.“ Damit das gelingt, setzt Claudia Kühn beim Sprechen ihren Körper ein. Was eigentlich für die CD nicht wichtig ist. Aber sie bewegt die Hände, zieht die Augenbrauen hoch oder legt die Stirn in Falten. Warum? „Das hilft mir, das Gefühl auch in meine Stimme zu bringen“, sagt sie. Wie viele Hörbuch-Sprecher hat Claudia Kühn Schauspielerin gelernt. Aber auch wenn sie ein Sprech-Profi ist: Sie muss sich vor jeder Aufnahme vorbereiten. Zu Hause liest sie den Text mehrmals laut. Dabei übt sie schwierige Wörter und denkt sich Stimmen für die Figuren aus. So hat sie dem Vampirvater in den „Vampirschwestern“ einen rollenden Ton verpasst.

Wenn ein Wort ihr trotzdem nicht richtig über die Lippen kommt, schaltet sich die Regisseurin ein. „Moment, kannst du den Satz bitte noch mal machen?“ Der Tontechniker markiert dann die Stelle in seinem Text. Und er schneidet die Fehler später aus der Aufnahme heraus. Nach dem Ende des Vorlesens werden oft auch noch andere Geräusche in das Stück gebaut. Das können Pferdehufe sein oder ein Unwetter. Doch ganz am Schluss wird das fertige Hörbuch so klingen, als wäre alles in einem Rutsch entstanden.

Claudia Kühn sitzt vor einem Mikrofon im Studio in Hamburg. Foto: Ann-Kathrin Meyer

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