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Auf Tour mit einem Pferdezahnarzt

23.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wenn man einem Pferd ins Maul schaut, denkt man auf Anhieb: Au weia, das ist aber schlecht gepflegt! Große braun-gelbe Schneidezähne! Das kommt bestimmt von zu vielen Zuckerstückchen. Aber Entwarnung. Es ist gar keine Karies, die haben Pferde eher selten, erzählt Pferdezahnarzt Marius Keussen. Er hat sich auf Pferdemäuler spezialisiert und reist von Hof zu Hof zu seinen Patienten.

Der Doktor rollt einen Wagen mit den Instrumenten in den Stall auf einem Hof in Hünxe in Nordrhein-Westfalen. 14 Pferde warten hier auf der Weide auf ihre Zahnbehandlung. Der Arzt stellt seinen Laptop auf und geht die Patientendateien durch. Zuerst ist „Ali Baba“ dran, ein 31 Jahre alter Haflinger. Die gute Nachricht: Er hat noch alle 36 Zähne. Die schlechte: Die Kauflächen des alten Pferdes sind so abgenutzt, dass „Ali Baba“ kein Heu mehr damit zermahlen kann. Aber eigentlich macht das nichts, denn es gibt Heu auch in Form von Pellets. Das sind kleine weiche Brocken. Die kann „Ali Baba“ genüsslich lutschen.

Der Nächste bitte! „Tatanka“ hat fetten Zahnbelag am unteren Eckzahn. Zahnarzt Keussen zückt eine Zange und knipst den Belag einfach ab. Kurz und schmerzlos. Außerdem hat „Tatanka“ noch ein paar kantige Stellen an den Backenzähnen. Die sind scharf und können dem Pferd an der Zunge wehtun. Dann frisst es irgendwann vielleicht nicht mehr richtig. Deswegen glättet der Doktor die Kanten mit einem elektrischen Diamantschleifer. Doch vorher schiebt er „Tatanka“ ein Maulgatter zwischen die Zähne. Das ist eine Art Beißsperre, die die starken Ober- und Unterkiefer auseinanderhält.

So kann das Pferd nicht beißen. Dann schiebt der Arzt das Schleifgestänge ins Dunkle des Mauls. Viel sehen kann er dabei trotz seiner Stirnlampe nicht. Aber er fühlt mit der Hand, ob hinterher alles schön eben ist oder ob es noch Spitzen gibt.

Nach vier Stunden sind alle Pferde auf dem Hof verarztet. Ach ja, wieso sehen Pferdezähne denn nun so bräunlich aus? Pferdezahnarzt Keussen klappt der Stute „Querida“ sanft die Oberlippe hoch. „Das haben die alle. Es sind nur Farbablagerungen vom Chlorophyll, das im Gras enthalten ist“, sagt der Doktor. Chlorophyll (gesprochen: Kloro-füll) ist der grüne Farbstoff der Pflanzen. Dann lacht der Doktor und meint: „Teetrinkerbelag“. Doch den haben Pferde natürlich nicht. Es gibt ihn aber bei Menschen, die viel Tee oder Kaffee trinken.

Ein Pferdezahnarzt untersucht auf einem Pferdehof in Hünxe das Gebiss eines Pferdes. Zu den Aufgaben eines Pferdezahnarztes gehört es Backenzähne zu ebnen, Zahnstein zu entfernen und die nachwachsenden Schneidezähne abzuschleifen. Wenn man einem Pferd ins Maul schaut, denkt man auf Anhieb: Au weia, das ist aber schlecht gepflegt! Große braun-gelbe Schneidezähne! Das kommt bestimmt von zu vielen Zuckerstückchen. Aber Entwarnung. Es ist gar keine Karies, die haben Pferde eher selten. Foto: Horst Ossinger

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