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Auf der Straße leben im Corona-Winter 

04.01.2021 05:30, Von Sophia Reddig — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viele Menschen in Deutschland sind sehr arm und leben das ganze Jahr auf der Straße, weil sie keine Wohnung haben

Die Menschen sollen gerade wegen der Corona-Pandemie möglichst viel zu Hause bleiben. Das soll Ansteckungen verhindern. Aber was ist, wenn man gar kein Zuhause hat?

Obdachlose haben ihr Lager unter einer Brücke an der Friedrichstraße aufgeschlagen. Trotz vieler Decken: Im Winter draußen schlafen zu müssen, kann gefährlich sein.  Foto: Paul Zinken
Obdachlose haben ihr Lager unter einer Brücke an der Friedrichstraße aufgeschlagen. Trotz vieler Decken: Im Winter draußen schlafen zu müssen, kann gefährlich sein. Foto: Paul Zinken

Es ist kalt geworden. An manchen Orten in Deutschland hat es so viel geschneit, dass man etwa rodeln gehen kann. Doch darüber freuen können sich nicht alle. Zehntausende Menschen in Deutschland haben keine Wohnung und leben auf der Straße. Für sie ist der Winter eine besonders schwierige Zeit.

„Wenn man der Kälte schutzlos ausgeliefert ist, kann das sehr gefährlich werden“, erklärt Werena Rosenke. Sie kennt die Probleme von obdachlosen Menschen.

In der Kälte kann es etwa Erfrierungen an Körperteilen geben. Wer schon krank ist, wird vielleicht noch kränker. Es kommt sogar vor, dass Menschen draußen in der Kälte sterben.

Fast jede Stadt hat Notunterkünfte für Menschen auf der Straße

Dabei hat fast jede Stadt sogenannte Notunterkünfte. Die sind für Menschen, die keine eigene Wohnung haben. Doch manche Obdachlose nehmen diese Angebote nicht an.

„Dafür gibt es viele Gründe“, sagt die Expertin. Zum Beispiel müssen die Menschen in den Unterkünften oft mit vielen Fremden zusammen in einem Raum schlafen.

Da könne es zu Streit kommen oder dazu, dass der eine dem anderen etwas wegnimmt. „Manche haben auch einen Hund, der nicht mit in die Unterkunft darf. Den können sie dann natürlich nicht alleine draußen lassen“, erklärt Frau Rosenke.

Corona hat die Probleme an manchen Orten zudem verschlimmert. Die Unterkünfte können weniger Menschen aufnehmen, weil Abstand gehalten werden soll. Außerdem werden zusätzlich Masken, Desinfektionsmittel und schnelle Tests benötigt, ob jemand das Virus in sich trägt.

Dazu kommt: Es fehlen manche der ehrenamtlichen Helfer. „Viele von ihnen sind Rentner und damit in der Risikogruppe“, sagt die Expertin. Das bedeutet, eine Ansteckung könnte für sie besonders gefährlich werden. „Oder sie sind Eltern und müssen nun daheim auf ihre Kinder aufpassen.“

Trotzdem geht die Hilfe für Obdachlose etwa bei der Berliner Stadtmission weiter. „Bei uns helfen auch viele Studentinnen und Studenten“, sagt Mathias Hamann. Die Stadt Berlin hat etwa auch zusätzlich Zimmer in einfachen Hotels für Obdachlose angemietet.

Mathias Hamann sagt: „Natürlich ist Corona eine zusätzliche Belastung.

Aber wir – Hauptamtliche, Ehrenamtliche – arbeiten in unseren Schichten mit Maske und ich finde es beeindruckend, wie toll alle hier mithelfen und wie viele sich an die Regeln halten.“

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