Paulas Nachrichten

Auf dem Bauernhof: Traktor fahren und Kröten fangen

26.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zwischen Pferden, Traktoren, Ställen und Wiesen lebt Moritz in einem großen, alten Haus auf einem Bauernhof. Seine Eltern arbeiten oft hart. Viele Bauern müssen morgens früh raus. Manche besitzen große Höfe und moderne Maschinen, andere arbeiten auf kleinen Stücken Land. Manche züchten Tiere, um sie zu schlachten. Andere bauen zum Beispiel Salat, Getreide oder Obst an. Für den zehnjährigen Moritz bedeutet der Hof in Neuberg in Hessen vor allem eines: viel Platz und immer neue Ideen zum Spielen.

„Das ist unser Clubhaus“, sagt Moritz, stapft über eine schlammige Wiese und zeigt grinsend auf ein kleines Holzhaus. „Hier treffe ich mich mit meinen Freunden fast jeden Tag nach der Schule.“ Früher lebten dort Hühner. In den vergangenen Sommerferien haben Moritz und seine fünf Freunde den kleinen Stall saubergemacht und eingerichtet.

Heute ist er der Treffpunkt der „Wilden Sechs“ – so nennen sich die Jungen. Der Name steht in großen bunten Buchstaben auf einem Schild an der Tür. Mit Stühlen, einem Tisch, Postern ihrer Lieblings-Fußballvereine und Gardinen haben sie es sich gemütlich gemacht. Stolz ist Moritz auf das Sofa, das in der Ecke steht. „Wir haben es auf der Straße gefunden und alleine hierhergetragen“, sagt er. Neben dem Clubhaus ist der Krötenteich – gerade der Lieblingsspielplatz der Kinder. „Gestern haben wir hier fast 20 Kröten gefangen“, sagt Moritz. Er greift ins Wasser. Dabei trägt er einen Handschuh, denn so richtig mag er die glitschigen Tiere nicht anfassen. „Das finde ich ekelig“, meint er und verzieht seine Mundwinkel. Die Jungen sammeln die Kröten in einem Netz, bringen sie anschließend auf eine Wiese und setzen sie dort aus. Die Tiere hopsen dann wieder zurück zum Teich. „Die mögen das Wasser“, weiß Moritz.

Früher ist Moritz viel geritten. Als er drei Jahre alt war, saß er zum ersten Mal auf einem Pony. Seit einigen Monaten hat er dazu aber keine Lust mehr. „Ich spiele lieber Fußball“, sagt er, „am liebsten in der Reithalle, gleich hinter dem Pferdestall.“ Der Boden ist mit Sand bedeckt. Hier spielen die Jungen – im Sommer ohne Schuhe und in kurzen Hosen. Sie nennen das „Reithallen-Beach-Fußball“. „Wenn es ganz heiß ist, macht uns meine Mama zur Abkühlung die Bewässerungsanlage an. Das ist richtig super“, sagt Moritz.

Moritz’ Eltern sind meist in seiner Nähe – anders als Eltern, die zur Arbeit wegmüssen. Das gefällt dem Zehnjährigen. Jeden Mittag versammeln sich alle Leute, die auf dem Bauernhof leben und arbeiten, in der Küche im Haus. Moritz’ Mutter kocht für alle und sie essen gemeinsam. „Das finde ich toll“, sagt Moritz. Während die Väter seiner Freunde oft erst abends spät nach Hause kommen, ist Moritz’ Vater immer da. Woanders leben möchte Moritz nicht. „Ich mag eigentlich alles hier. Meine Freunde besuchen mich ganz oft. Und es ist immer viel los.“

Moritz auf dem Traktor Foto: Lena Bassermann

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