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Auch Paula ist mit den Affen verwandt

07.08.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche bin ich zum Andreas gekommen. Ich hatte Hunger. Und manchmal bekomme ich dann bei seiner Familie ein bisschen Salat ab. Ich habe also ganz neugierig in die Küche geschaut.

Der Andreas hat gerufen: „Du brauchst gar nicht nach dem Salat zu schauen. Den haben wir gelb angestrichen und den Affen gegeben.“

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. Ach was, eher wie ein Lastwagen.

Er hat schallend gelacht: „Nur ein Spaß, Paula. Früher haben wir immer gesagt: ,Ich streiche etwas grün an und gebe es den Hasen.‘ Damit die meinen, es sei irgendwas Pflanzliches. Und mein Witz soll heißen: ,Wenn man deinen Salat gelb anmalt, halten ihn die Affen für Bananen und essen ihn auf.‘“

Das fand ich gar nicht witzig. „So blöd sind die Affen sicher nicht!“, habe ich geschnattert und geschimpft.

„Natürlich nicht“, hat der Andreas mich beruhigt. „Es sollte ja auch nur ein Witz sein. Die Affen sind natürlich schlau. Schließlich sind wir ja mit ihnen verwandt.“

Er hat das so ganz nebenbei gesagt, während er meinen Salat auf den Esstisch getragen hat. Vorher habe ich geguckt wie ein Lastwagen. Aber jetzt habe ich geguckt wie ein riesiges Transportflugzeug.

„Mit den Affen verwandt?“, habe ich gefragt. Wenn ich jetzt der Andreas gewesen wäre, hätte ich einen blöden Witz gemacht. Aber ich habe krampfhaft überlegt. Na ja, dachte ich mir, manchmal kann man sich das schon ganz gut vorstellen.

„Du brauchst gar nicht so zu gucken, Paula. Manche Menschen sagen sogar, die Menschen stammen vom Affen ab. Aber das ist Quatsch. Wir haben die gleichen Vorfahren. Irgendwie haben sich unsere Arten unterschiedlich entwickelt. Aber mit den Affen sind wir noch sehr verwandt. Es gibt Zellen, die bestimmen, was wir von unseren Vorfahren erben. Das sind Genome. Und diese Genome von den süßen Schimpansen und den Menschen unterschieden sich nur zu fünf Prozent. Das ist ganz, ganz wenig. Und trotzdem sind wir sehr unterschiedlich. Das nennt man Evolution“, hat der Andreas erklärt.

„Revolution? Ich habe gedacht das ist was mit Krieg und so?“, habe ich gesagt.

„Nee, Paula. Nicht Revolution, sondern Evolution“, hat er mich verbessert. „Vor 150 Jahren ist ein sehr schlauer Mann darauf gekommen. Er konnte erklären, warum es so viele verschiedene Lebenwesen gibt. Oder auch so viele verschiedene Pflanzen. Er hieß Charles Darwin.“

Ich habe wieder nachgefragt. „Aber du hast ja sicher auch einen Menschenpapa und eine Menschenmama. Und ein Menschenkind. Also waren die Vorfahren von deinem Kind auch Menschen. Warum gibt’s dann heute Affen und Menschen?“, wollte ich wissen.

„Na ja“, hat der Andreas begonnen zu erklären. „Das ist gar nicht so einfach. Manchmal verändert sich das einfach, was von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Dann haben die Lebewesen unterschiedliche Merkmale. Manchmal ist es dann von Vorteil, so ein Merkmal zu haben. Diese Lebewesen überleben dann öfter. Und deshalb sie können dann wieder ihre Merkmale weitervererben.“

Ich habe den Andreas etwas traurig angeschaut. Denn irgendwie habe ich das nicht verstanden. Er hat mir das angesehen. Er hat kurz überlegt, dann hat er gemeint: „Ein tolles Beispiel sind deine Entenkumpels. Ein paar Wissenschaftler haben früher behauptet, die Enten bekommen Schwimmhäute zwischen den Zehen, weil sie dauernd versuchen zu paddeln. Der Darwin hat das aber besser gewusst. Er hat gesagt: ,Die Enten, die schon etwas Haut zwischen den Zehen haben, können besser schwimmen. Deshalb finden sie zum Beispiel besser Nahrung. Und wenn die Nahrung mal knapp wird, überleben sie leichter als die ohne Haut zwischen den Zehen. Und wenn die überleben und die anderen nicht, setzen sie wieder Entenkinder mit Schwimmhäuten in die Welt.‘ Das nennt man natürliche Selektion.“

„Aha“, habe ich gesagt. „Und Selektion ist natürlich ein Wort von den alten Römern, oder?“

„Klar“, hat mir der Andreas Recht gegeben. „Selektion kommt von ,selectio‘ – und das heißt einfach ,Auslese‘.“

Dann hat er gelächelt: „Aber weißt du was, Paula? Das Schönste an Darwins Erklärung ist: Eigentlich sind alle Lebewesen miteinander verwandt. Ganz in ihren Grundbauteilen haben sie ähnliche Merkmale. Vielleicht stammen wir alle von einem Urtier ab.“

Das fand ich schön. Komisch nur, dass der Andreas keine Bananen mag. Und ich habe mir überlegt, wer denn die Vorfahren von den Zeitungsenten sind. Aber das ist eine andere Geschichte. Eure Paula

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