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Auch ein Kaiser braucht mal Hilfe

07.01.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit seiner Krönung wurde Karl zum Super-Herrscher

Kaiser sind so eine Art Super-Herrscher. Sie stehen über Fürsten und Königen und können tun und lassen, was sie wollen. Von wegen! Im Mittelalter mussten die Kaiser ständig um ihre Macht kämpfen. Da waren Verbündete natürlich wichtig.

In Mainz steht einer der Kaiser-Dome.  Foto: Arne Dedert
In Mainz steht einer der Kaiser-Dome. Foto: Arne Dedert

MAINZ (dpa). Wann sie geboren wurden, weiß man oft gar nicht genau. Beim Geburtsdatum steht meist: „um das Jahr so und so“. Wie sie ausgesehen haben? Tja, auch das weiß man nicht so recht. Was man aber weiß: Die Kaiser des Mittelalters herrschten über ein gigantisches Reich! Doch eine Hauptstadt gab es darin keine. Genauso wenig besaßen die Kaiser eine feste Residenz. Aber wie will man da denn regieren?

Die Kaiser reisten ständig umher. Mit ihrem Hofstaat zogen sie von einer Pfalz zur nächsten. Damit ist eine Art Stützpunkt gemeint, an dem die Herrscher für kurze Zeit Hof hielten. Auch Karl der Große hat das so gemacht. Er wurde vor rund 1200 Jahren zum Kaiser gekrönt. Damals eine echte Sensation! Denn mit seiner Krönung wurde Karl zum Super-Herrscher. Er regierte über ein Reich, in das heute die Länder Deutschland, Frankreich, Belgien und Niederlande passen. Sowie Teile von Österreich, Spanien und Italien. Karl der Große stand tatsächlich über allen. Niemand schaffte es wirklich, ihm Konkurrenz zu machen. Dadurch wurde er für andere Kaiser zu einem wichtigen Vorbild - selbst noch Jahrhunderte später.

Sie alle wären gerne wie Karl gewesen. Doch stattdessen mussten sie sich mit Gegnern oder aufständischen Städten herumschlagen. „Die Kaiser konnten nicht alleine herrschen, sie brauchten immer ein Netzwerk aus Unterstützern“, verrät Birgit Heide. Sie arbeitet in einem Museum in der Stadt Mainz, das aber wegen der Corona-Krise gerade geschlossen hat. Dort gibt es eine große Ausstellung über die mittelalterlichen Herrscher und ihre Macht.

Doch wie funktionierte das? Die Kaiser schlossen Bündnisse. Manche förderten zum Beispiel das Rittertum, andere gingen dagegen Bündnisse mit Herzögen und Fürsten ein. Und wieder andere setzten auf mächtige Bischöfe. Auch mit den Städten konnten die Herrscher wichtige Partnerschaften schließen. „Die Kaiser mussten ihre Macht ständig neu verhandeln“, erzählt die Expertin. Dazu gewährten die Herrscher ihren Verbündeten zum Beispiel besondere Rechte, sie verteilten wichtige Titel oder verliehen Land. Im Gegenzug forderten die Kaiser Unterstützung. Das konnte zum Beispiel Geld sein oder Soldaten, wenn man in einen Krieg zog. Auch Lebensmittel gehörten dazu. Das war vor allem dann wichtig, wenn der Herrscher in einer Pfalz Stopp machte. Die Verbündeten sorgten dann nämlich für die Verpflegung des Hofstaats. Das war eine ganz schön große Anstrengung!

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