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Arbeiten in der Baumkrone

24.08.2019, Von Karlotta Ehrenberg — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Um in einer Baumkrone zu arbeiten, benötigt ein Baumpfleger einen Kran mit Korb

Philipp Otte hat oft die beste Aussicht. Bei jedem Wind und Wetter arbeitet der Baumpfleger hoch oben in der Luft.

Baumpfleger kümmern sich darum, dass niemandem Äste auf den Kopf fallen.   Foto: Ehrenberg
Baumpfleger kümmern sich darum, dass niemandem Äste auf den Kopf fallen.   Foto: Ehrenberg

BERLIN. Um zur Arbeit zu kommen, muss Philipp Otte in einen wackeligen Korb steigen und damit in die Luft fahren. Denn sein Arbeitsplatz ist nicht etwa ein Schreibtisch in irgendeinem Büro. Philipp Otte arbeitet zwischen Blättern und Ästen. Als Baumpfleger kümmert sich der 27-Jährige um Bäume in der Stadt Berlin.

Baumpfleger schneiden zum Beispiel tote Äste und Zweige ab. An diesem Tag ist eine Eiche auf einem Spielplatz dran. „Die toten Äste könnten runter und den Kindern auf den Kopf fallen“, erklärt Philipp Otte.

Zunächst bereiten er und seine Kollegen alles vor. Sie sperren zum Beispiel den Bereich unter dem Baum ab. Dann kann Philipp Otte in den Korb steigen und hinauffahren. Oh, das wackelt aber! Und hoch ist das! „Zwölf Meter sind es jetzt“, liest Otte auf einem Display ab.

Der Korb sieht eher aus wie eine Plattform mit einem Geländer drum herum. Angehoben wird er von einer Art Bagger-Arm. Mit Hebeln lässt sich alles so steuern, dass der Korb genau bei den Ästen stehen bleibt, die es abzusägen gilt. „Für so dicke Äste brauche ich eine Motorsäge“, erklärt Philipp Otte. Flink sägt er die trockenen Äste ab und wirft sie nach unten. Otte arbeitet gerne an der frischen Luft. „Wir arbeiten bei jedem Wind und Wetter“, sagt er. Aber bekommt er nicht Angst, wenn er bei starkem Wind oder Regen in dem wackeligen Korb steht? Philipp Otte lacht: „Ich hab mich dran gewöhnt.“

Auch über den klebrigen Film, den Blattläuse auf seiner Haut hinterlassen, beschwert sich Philipp Otte nicht. Aber so einen Ausschlag durch den Eichenprozessionsspinner, einer Raupe mit giftigen Haaren, will er nicht noch mal erleben. „Das hat ganz schön wehgetan.“

Dann lenkt Philipp Otte den Korb an eine andere Stelle. Dort muss er statt der Motorsäge die Stangensäge nehmen, um den Ast zu erreichen. Den Stab dieser Säge kann man ausziehen. Obwohl das ganz schon umständlich aussieht, ist die Arbeit schnell getan. „Das muss es auch“, sagt Otte, „wir haben viel zu tun.“

Das stimmt: Etwa 86 000 Bäume stehen in dem Bezirk, für den Otte und seine Kollegen zuständig sind. Ist dort ein Baum krank, müssen sie ihn manchmal auch fällen. Dabei gibt es manchmal Ärger mit den Anwohnern, die den Baum retten wollen. Philipp Otte hat Verständnis: „Oft erkennt man nicht, dass der Baum krank ist und weg muss.“

Als Philipp Otte wieder auf der Erde landet, haben seine Kollegen die Äste schon zusammengekehrt. Auf geht’s zum nächsten Baum.

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