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Arbeiten in Afrika: Das Leben eines Entwicklungshelfers

08.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Markus Dieling ist gut im Planen und Sachen beschaffen. Das muss er auch sein. Denn der Mann aus Deutschland sorgt dafür, dass die Menschen in einem der größten Lager der Welt für Flüchtlinge Hilfe bekommen. Das Lager liegt im Nordosten Kenias, nahe an der Grenze zu Somalia. Beide Länder befinden sich im Osten Afrikas. Die Flüchtlinge kommen aus Somalia.

Sie sind auf der Suche nach Sicherheit und Frieden. Denn in dem Land herrscht schon seit etwa 18 Jahren Bürgerkrieg. Und genauso lange gibt es das Lager Daadaab. „Inzwischen leben fast 300 000 Menschen dort – das sind so viele wie in einer Stadt“, erzählt Markus Dieling. „Und jeden Tag kommen etwa hundert Neuankömmlinge.“

Das ist, als ob das Lager von Woche zu Woche um die Einwohnerzahl eines Dorfes wächst. Und wie in einer Stadt brauchen die vielen Menschen Dinge, um die sich Helfer wie Markus Dieling kümmern: Sie müssen essen, brauchen eine Unterkunft, sauberes Wasser, ordentliche Toiletten, Schulen für die Kinder – aber auch Apotheken und Krankenhäuser. Natürlich macht Markus Dieling die Arbeit nicht allein. Er hat Mitarbeiter in seinem Büro in Nairobi und im Flüchtlingslager in Daadaab. Nairobi ist die Hauptstadt Kenias.

„Die meiste Zeit verbringe ich im Büro“, erzählt der 40-Jährige. Es muss nämlich gut geplant werden für Daadaab. Zum Beispiel die Krankenhäuser müssen immer genug und auch die richtigen Medikamente, Verbandsmaterial oder Impfstoffe haben. „In Deutschland geht das mit ein paar E-Mails oder Anrufen, aber in Afrika ist das Organisieren schon schwieriger“, berichtet der deutsche Helfer. „Wir bekommen nicht immer gleich alle Medikamente, die wir brauchen.“ Dabei werden die Sachen dringend benötigt: Täglich kommen etwa 500 Patienten in eine der drei Kliniken oder in die Gesundheits-Stationen des Lagers. Oft muss Markus Dieling auch Leute überzeugen können, zum Beispiel wenn er das Lager besucht. Denn vor allem viele Frauen kommen oft erst sehr spät und schwer krank ins Krankenhaus, weil ihre Männer die Behandlung für überflüssig halten. Frauen werden in manchen Ländern nicht genauso gut behandelt wie Männer.

Markus Dieling und seine Kollegen müssen dann Respekt zeigen vor der Einstellung der Menschen. Aber sie werben auch dafür, dass die Leute anders denken. Damit kranke Frauen und Mädchen genauso behandelt werden wie Männer und Jungen. „Das muss ich in meiner Arbeit bei jedem Einsatz neu lernen“, erzählt er, „die Afrikaner sind nun mal ganz anders als die Deutschen.“

Das Bild zeigt den Entwicklungshelfer Markus Dieling (rechts) von der GTZ im Flüchtlingslager Daadaab im Nordosten Kenias an der somalischen Grenze. Foto: GTZ

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