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Alle Schüler wünschen sich Frieden

08.06.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Was hat Kunst mit Frieden zu tun? Und seit wann darf man eigentlich im Schulhof Graffiti sprühen? Alexandra Fischer-Herl vom Gymnasium Neckartenzlingen beantwortet diese beiden Fragen.

Auch unter Kindern und Jugendlichen ist der Krieg in der Ukraine natürlich ein großes Thema. Dazu hat Paula einen interessanten Brief vom Gymnasium Neckartenzlingen bekommen.

Es wurden Plakate gemalt (oben rechts), mit Kreidespray Zeichen für den Frieden gesprüht (oben) und und bunte Abreißzettel gestaltet (rechts). Foto: Fischer-Herl
Es wurden Plakate gemalt (oben rechts), mit Kreidespray Zeichen für den Frieden gesprüht (oben) und und bunte Abreißzettel gestaltet (rechts). Foto: Fischer-Herl

Kunstlehrerin Alexandra Fischer-Herl hat geschrieben:

„Der Konflikt in der Ukraine wurde und wird auch an unserer Schule viel diskutiert. So kam es kürzlich vor, dass selbst ein Fünftklässler mich als Lehrerin im Kunstunterricht fragte, auf welcher Seite ich denn sei: Russland oder Ukraine?

Gleichzeitig spürten viele Lehrer Sorgen und Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler, die aktuelle Situation in Europa zu bewerten und einzuschätzen. Bei den Gesprächen über den Konflikt in der Ukraine kam bei vielen Schülern der Wunsch auf, etwas zu tun. So gab es in einigen Klassen beispielsweise verschiedene Ideen, Geld zu sammeln oder an Hilfsaktionen teilzunehmen.

Bei der Klasse 5b von Melanie Heusel wurde von einigen Schülern der Wunsch geäußert, ein Kunstprojekt zum Thema Frieden zu machen. Diese nahm daraufhin Kontakt zu mir auf und wir beide beschlossen, dass wir den Wunsch der Schüler gerne unterstützen.

,Das bringt doch nichts!‘, sagte dann ein Schüler, als ich mögliche Aktionen im Unterricht für die folgende Woche vorschlug: ,Ein Kunstprojekt hilft den Menschen in der Ukraine nicht.‘

Da hatte der Schüler mit seinem Einwand recht, zumindest in dem Moment hilft es nicht, die konkrete Not zu lindern, die dort gerade herrscht.

Aber die Klasse war dann überzeugt, dass man durch Aktionen ein Mitfühlen mit den Menschen in der Ukraine zeigt.

Es sollte der gemeinsame Wunsch nach Frieden ausgedrückt werden. Das war die Grundidee des Kunstprojekts zum Thema Frieden. Wir dachten außerdem daran, dass vielleicht ukrainische Kinder an die Schule kommen könnten. Wenn diese unsere Friedenszeichen sehen würden, würden sie sich willkommen fühlen.

Zudem sollten alle Schülerinnen und Schüler unserer Schulen das Gefühl bekommen, dass wir alle einen positiven gemeinsamen Wunsch haben, nämlich den Wunsch nach Frieden.

Voller Tatendrang legten die Schüler der Klasse 5b los. Dabei bekamen sie tatkräftige Unterstützung ihrer angesprochenen Patinnen aus der neunten Klasse. Es entstanden auf diese Weise bunte Plakate, gefüllt mit dem Worten Frieden in unterschiedlichen Sprachen, Peace-Zeichen und mehr. Andere machten sich daran, Rohlinge von Abreißzetteln mit Inhalten zu füllen. Inspiriert durch das Projekt ,Frieden-TO-GO‘, wurden wohltuende Botschaften zum Abreißen und Mitnehmen entworfen, geschrieben und gestaltet.

Eine dritte Gruppe erstellte aus alten Schnellheftern, Schablonen mit Zeichen für Frieden, die später mit Kreidespray im Schulhof gesprüht wurden. Es hat sich wohl für alle Beteiligten gut angefühlt etwas zu tun. Gerade in einer Situation, in der man sich vielleicht hilflos oder ängstlich fühlt, war es gut gemeinsam aktiv zu werden. Für all diejenigen, die die entstandenen Werke sehen, soll es ein Gruß der Klasse 5b mit Patinnen und ein Zeichen von Solidarität sein.“

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