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Alle drei Wochen ist Großputz angesagt

11.11.2020 05:30, Von Katharina Heimeier — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit Schwamm und Staubsauger wird das Seehundbecken von Hand gereinigt

Alle drei Wochen ist Großputz bei den Pinguinen und Seehunden im Tierpark Bochum. Taucher reinigen das Becken mit Schwämmen und selbst gebauten Staubsaugern. Wir haben nachgefragt, wie das funktioniert.

Ein Seehund schwimmt zu einem Taucher, der das Seehundbecken im Tierpark Bochum putzen will. Foto: Katharina Heimeier/dpa
Ein Seehund schwimmt zu einem Taucher, der das Seehundbecken im Tierpark Bochum putzen will. Foto: Katharina Heimeier/dpa

Ein Seehund taucht neugierig aus dem Wasser auf. Was geht da vor sich? Eine Frau im schwarzen Taucheranzug lässt sich in sein Becken gleiten. Sie trägt eine Taucherbrille, Flossen, eine Flasche mit gepresster Luft und ein Mundteil. Darüber wird sie unter Wasser mit Luft versorgt. Und die Taucherin hat noch etwas dabei: einen gelben Putzschwamm.

Scheiben, Boden und Wände des Beckens werden geputzt

Heute ist Putztag bei den Seehunden und Pinguinen im Tierpark Bochum im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Zehn Taucher und Taucherinnen sind an diesem Tag gekommen. Sie wollen Scheiben, Boden und Wände des Beckens putzen. Außerdem wollen sie das Wasser von Blättern, Algen und dem Kot der Tiere befreien.

„Wenn das Wasser nicht regelmäßig gereinigt wird, könnten die Tiere krank werden. Und durch die dreckigen Scheiben könnten die Besucher sie auch schlecht beobachten“, sagt Zoodirektor Ralf Slabik.

Für die Taucher und Taucherinnen ist die Putzaktion ziemlich anstrengend. „Wir sind mehrere Stunden beschäftigt und wechseln uns immer ab“, sagt Taucher Stefan Beißel. Es reicht nicht, mal eben abzutauchen und die Scheiben abzuwischen.

Die Seehunde sind neugieriger als die Pinguine

Unter Wasser benutzen die Taucher und Taucherinnen zwei schwere Staubsauger. Mit diesen reinigen sie den Boden und die Wände. Zuerst lösen die Fachleute den Dreck mit Bürsten ab. Dann saugt eine Pumpe ihn an. Danach landet der Dreck in einer grünen Kiste, die oben am Beckenrand steht. Das saubere Wasser fließt zurück ins Becken.

Die Seehunde beobachten die Putzaktionen genau. „Die sind sehr neugierig“, erzählt der Taucher. Manchmal sogar zu neugierig. Einer hat schon mal eine Taucherflosse angeknabbert. „Die Pinguine sieht man weniger“, sagt der Mann. Auch heute haben sich die kleinen Pinguine an Land zurückgezogen.

Das Becken fasst 3000 Badewannen voll Wasser

Ohne die Taucher und Taucherinnen müsste der Zoo wohl ein Mal im Jahr das Wasser ablassen und frisches Wasser hineinlaufen lassen. Was für ein Aufwand! Im Becken sind nämlich 565 000 Liter Wasser. Das entspricht etwa 3000 Badewannen voll Wasser. „Es dauert einen Tag, bis das Wasser abgelaufen ist und einen, bis das Becken wieder vollgelaufen ist. Und die Tiere könnten in dieser Zeit nicht ins Wasser“, erklärt Ralf Slabik.

Um das Wasser sauber zu halten, reicht der Einsatz der Taucher und Taucherinnen nicht aus. Zum Seehundbecken gehören auch Filteranlagen. Sie fangen Verunreinigungen des Wassers auf.

Die Taucher und Taucherinnen kommen alle drei Wochen zum Großputz. Das spart Wasser, Geld und Zeit. Für die Experten ist es etwas Besonderes. „Ich puste unter Wasser gerne Ringe“, sagt Stefan Beißel. Manchmal kommt ein Seehund und taucht hindurch.

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