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Allah, Mohammed und der Koran im Unterricht

24.08.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Mathe-Unterricht geht’s um Zahlen, in Deutsch um unsere Sprache, und im Religionsunterricht? Klar, da geht es um Religion.

Lehrerin Nurhan Yilmaz beim Islamunterricht in der Pestalozzischule in Friedrichshafen am Bodensee. Muslimische Schüler können in Nordrhein-Westfalen jetzt das neue Schulfach islamischer Religionsunterricht besuchen.  Foto: Patrick See
Lehrerin Nurhan Yilmaz beim Islamunterricht in der Pestalozzischule in Friedrichshafen am Bodensee. Muslimische Schüler können in Nordrhein-Westfalen jetzt das neue Schulfach islamischer Religionsunterricht besuchen. Foto: Patrick See

Aber um welche eigentlich? In Deutschland glaubt ja nicht jeder an die gleiche. Weil die meisten Menschen bei uns Christen sind, geht’s im Religionsunterricht meist um ihre Religion. Es gibt aber auch sehr viele Muslime in Deutschland – also Menschen, die an die Religion Islam glauben. Und deswegen gibt es ab diesem Schuljahr zum ersten Mal einen islamischen Religionsunterricht in Deutschland: und zwar in Nordrhein-Westfalen.

Einer der Lehrer, der das neue Fach unterrichtet, ist Bernd Ridwan Bauknecht. Er ist selbst Muslim. Das muss er für den Unterricht auch sein. „Im Unterricht reden wir zum Beispiel darüber, was Gott, der Schöpfer, macht. Und ob wir ihn spüren können“, sagt er. Ihren Gott nennen die Muslime auch Allah. Außerdem lernen die Schüler das Leben des Propheten Mohammed kennen. Im Islam glaubt man, dass Mohammed von Allah geschickt wurde, um den Menschen die Liebe Gottes zu zeigen. Sie sprechen darüber, wie man am besten betet. Oder sie lesen im Koran. Das ist die Heilige Schrift der Muslime.

„Die Schüler lernen auch, wie man gut zusammenlebt. Und dass man armen Menschen helfen muss und ihnen etwas abgibt“, sagt Herr Bauknecht. Das gehört zum Glauben der Muslime dazu. In seinem Unterricht wird aber auch viel gesungen und gebastelt. Oder die Schüler machen Projekte mit Schülern aus einem anderen Religionsunterricht. Sie besuchen zum Beispiel eine Kirche. Oder sie gehen zusammen in eine Moschee. Das ist das Gotteshaus der Muslime. Oder sie schauen sich eine Synagoge an, das Gotteshaus der Juden.

Beim Unterricht von Herrn Bauknecht kann jeder mitmachen, egal, an was er glaubt. Allerdings müssen die Eltern einverstanden sein.

Einen islamischen Religionsunterricht soll es bald auch in anderen Bundesländern geben. Viele Muslime freuen sich darüber. Es gibt aber auch eine Menge Leute, die halten nichts davon. Sie fänden es zum Beispiel besser: Alle Kinder sprechen in einem gemeinsamen Unterricht über die verschiedenen Religionen.

Islamkunde und Religionsunterricht – was ist der Unterschied?

An vielen Schulen in Deutschland gibt es schon ein Fach, in dem über die Religion Islam gesprochen wird. Das heißt zum Beispiel Islamkunde. Aber das ist etwas anderes als das neue Fach islamischer Religionsunterricht.

Dabei dürfen zum Beispiel zum ersten Mal Vertreter islamischer Verbände in Deutschland beim Lehrplan mitreden. Der Lehrplan sieht vor, was die Lehrer in dem Schulfach unterrichten sollen. In den islamischen Verbänden haben sich Muslime zusammengeschlossen. Jeder Verband lebt den Islam ein bisschen anders. Und sie dürfen jetzt dabei mitreden, wie das Fach islamischer Religionsunterricht aussehen soll.

Ein weiterer Unterschied ist auch, dass die Lehrer, die dieses Fach unterrichten, selbst Muslime sind. Beim Fach Islamkunde ist das in einigen Bundesländern anders. Da kann das Fach nämlich auch von Lehrern erteilt werden, die keine Muslime sind.

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