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Aike und das Seepferdchen im Kescher

07.09.2020 05:30, Von David Kluthe — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Aike wollte nur kleine Fische fangen, da ging ihm eines dieser seltenen Tierchen ins Netz

Seepferdchen kennen viele nur vom Schwimmabzeichen. Der Viertklässler hat eines der seltenen Tiere in seinem Kescher gefangen. Solche Funde könnten in nächster Zeit sogar wieder häufiger vorkommen.

Aike betrachtet ein seltenes Seepferdchen, das er beim Keschern im Hafen gefangen hat. Zuerst dachte er, er hätte einen Zigarettenstummel aus dem Wasser gefischt.  Foto: Privat/dpa
Aike betrachtet ein seltenes Seepferdchen, das er beim Keschern im Hafen gefangen hat. Zuerst dachte er, er hätte einen Zigarettenstummel aus dem Wasser gefischt. Foto: Privat/dpa

Bestimmt wieder ein Zigaretten-Stummel! Das dachte sich Aike im ersten Moment, als er etwas im Wasser herumschwimmen sah. Der Junge ist neun Jahre alt und lebt auf der Nordsee-Insel Borkum. Seine Eltern haben dort ein Boot.

„Wir kamen gerade von einer Bootstour“, erinnert sich Aike an den Tag. „Manchmal gehe ich keschern, um kleine Fische zu fangen.“ Ein Kescher ist ein kleines Netz an einem Griff. Hin und wieder fischt Aike damit auch Müll aus dem Wasser.

Doch dieses Mal lagen weder Plastikteilchen noch alte Zigaretten in seinem Netz. Stattdessen erkannte er in seinem Kescher ein kleines Seepferdchen. Du hast richtig gehört! Seepferdchen kennen viele nur als Schwimmabzeichen. Auch Aike wusste bis dahin noch nicht so viel über die Tiere.

„Ich bin schnell zum Boot gelaufen und hab Papa geholt“, erzählt der Viertklässler. „Und dann haben wir es in einen Eimer mit Wasser getan.“ Zusammen mit seinem Vater brachte Aike seinen Fund zu Maria und Ihno Oetjen. Das Ehepaar betreibt auf Borkum ein großes Aquarium. Schnell war klar: Es handelt sich um ein Kurzschnäuziges Seepferdchen. „Ein paar Tage später wurde ein Becken eingerichtet für das Seepferdchen“, erzählt Aike. Dort können es sich jetzt auch andere Leute ansehen.

Seepferdchen gehören zu den Fischen. Sie haben eine Flosse am Rücken und atmen mit Hilfe von Kiemen. Ihr Kopf sieht so ähnlich aus wie bei einem Pferd, der Name passt also. Weltweit gibt es etwa 100 verschiedene Arten. Oft sind sie nur wenige Zentimeter groß. Die größten sind so lang wie ein großes Lineal.

Im Wattenmeer kommen Kurzschnäuzige Seepferdchen vor. Dass jemand ein lebendiges Tier erwischt, ist aber eine absolute Ausnahme. „Das hat es bei uns seit 50 Jahren nicht gegeben“, erzählt Maria Oetjen.

Aber woran liegt das? Ihno Oetjen erklärt: Seepferdchen brauchen am Meeresboden Seegras oder Algen, um sich festzuhalten. Ansonsten würden sie mit der Strömung abtreiben. Viele Jahre wurde das Seegras in der Region jedoch immer weniger - und damit auch die Seepferdchen.

In der Corona-Krise waren weniger Schiffe unterwegs. Dadurch habe sich auch das Seegras erholt, sagt Ihno Oetjen. Der neunjährige Aike ist auf jeden Fall neugierig geworden. Im Internet hat er schon mehr über die Tiere erfahren. „Wir haben uns auch ein Video angeschaut“, sagt er. Seinen Fund im Hafenbecken wird er so schnell jedenfalls nicht vergessen.

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