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16.11.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN. Wird an Nürtinger Schulen noch weitgehend analog gelehrt? Zu diesem Schluss könnte kommen, wer einen Blick auf die geplanten Investitionen der Stadt Nürtingen in ein funktionierendes WLAN-Netzwerk wirft. Corona ist der Treiber für notwendige Investitionen. Damit das Bildungswesen deutschlandweit agiler und flexibler wird, brauchen Schüler Zugang zu digitalen Lernangeboten. Das geht aber nur mit einem funktionierenden Netzwerk. Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt. Es wurden Förderprogramme aufgelegt, auf die auch Nürtingen gerne zurückgreift, um die Investitionen an Schulen nicht alleine schultern zu müssen. Mit dem Digitalpakt will man die Leistungsfähigkeit der digitalen Bildungsinfrastruktur an Schulen stärken. In der Finanzplanung der Gebäudewirtschaft (GWN) ist bis 2024 ein Gesamtbudget für Digitalisierungsmaßnahmen von rund 1,9 Millionen Euro vorgesehen. Ansätze, die indes auf groben Kosten-Kennwerten des Amts für Bildung, Soziales und Familie aus dem Jahr 2019 beruhen.

Dass die GWN vier Jahre veranschlagt hat, um alle 14 Schulen – Grundschulen und weiterführende Schulen – ordentlich digital auszustatten, das geht manchem Stadtrat zu langsam. Man will aufs Tempo drücken. Doch die GWN dämpft die Euphorie. Die Auftragsbücher der IT-Dienstleister sind voll. Nürtingen ist nicht die einzige Kommune, die in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf hat. Bisher sieht es aber an einigen Schulen in Nürtingen noch zappenduster aus. Bei manchen Bildungseinrichtungen geht kabellos gar nichts und andere sind zu 70 Prozent verkabelt.

An Schulen eine zukunftsfähige Basisausstattung installieren

Wie Nürtingen die Digitalisierung an den 14 städtischen Schulen stemmen will, darüber informierten in der letzten Sitzung des Betriebsausschusses GWN-Geschäftsführer Steffen Schultheiß und Susanne Weltz. Bis Ende 2024 will man in allen 14 Bildungseinrichtungen eine solide zukunftsfähige Basisausstattung schaffen. Was dazu nötig ist, erläuterte Susanne Weltz den Ausschussmitgliedern. Die Standards habe man in Absprache mit den Schulen definiert. Der Förderantrag für den Digitalpakt muss bis Ende April 2022 gestellt werden. Parallel dazu soll allerdings mit der Verkabelung schon begonnen werden. Dies erlaube das Programm, betonte Schultheiß. Für jede Schule gibt es dezidierte Planungen und einen eigenen Zeitplan. Wie wichtig ein funktionierendes Netzwerk an den Schulen ist, bekräftigte Jugendrat Malte Siegmund. Die Ausstattung macht Unterschiede bei Grundschulen und weiterführenden Schulen.

Drei Jahre für den Aufbau eines ordentlichen WLAN-Netzwerks sind Thaddäus Kunzmann (CDU) zu viel. Auch Achim Maier (Freie Wähler) regte mehr Tempo an. Außerdem erinnerte Maier daran, dass seine Fraktion bereits in der Haushaltsrede deutlich mehr Mittel für Digitalisierung gefordert habe. Wichtig sei zudem ein Betreiber, der auch eine stabile Verfügbarkeit gewährleiste. Er plädierte dafür, alle Geräte direkt zu bestellen, damit sie bis 2022 installiert werden könnten. Dass mehr Mittel als die 560 000 Euro bereitstünden, betonte GWN-Chef Schultheiß. Man habe auch noch aus den Vorjahren nicht abgerufene Mittel zur Verfügung. Schultheiß sprach von einer Bugwelle, die jetzt abgebaut werde.

Dass die Stadträte mehr Speed bei der Installation fordern, dafür hat Schultheiß Verständnis. Er machte allerdings auch darauf aufmerksam, dass der Einbau der Technik nur in den Ferien möglich sei. Auch die Dienstleister hätten keine Überkapazitäten, um alles gleichzeitig zu machen. Das heißt allerdings nicht, dass in den Klassenräumen weiterhin Funkstille herrscht. Ziel ist eine Interimslösung, damit alle Schulen im nächsten Jahr WLAN bekommen, allerdings noch mit vorübergehenden Lösungen. Die Installationspläne würden im guten Miteinander mit den Schulen erarbeitet und die könnten auch damit leben, so Susanne Weltz. Eine Abdeckung aller Klassenzimmer und aller zentralen Räume soll erreicht werden.

Raimund Braun (NT 14) gab der Gebäudewirtschaft den Auftrag mit auf den Weg, zu ermitteln, wie sich der Energiebedarf an den Schulen durch die Digitalisierung verändert.

Einen ausführlichen Bericht zum aktuellen Stand der Digitalisierung kündigte Schultheiß für die nächste Sitzung des Kultur-, Schul- und Sozialausschusses an. Das Amt für Bildung, Soziales und Familie werde zusammen mit der Gebäudewirtschaft auch darüber berichten, wo bei der Digitalisierungsoffensive die Schnittstellen liegen.

Stadt erhält 800 000 Euro Zuschuss für Raumlufttechnik auch an Schulen

Kräftig investiert wird von der Stadt Nürtingen auch in Raumlufttechnik. GWN-Chef Schultheiß informierte in der Sitzung des GWN-Betriebsausschusses über Erfolge beim Anzapfen von Fördertöpfen. Geld gibt es aus der „Bundesförderung Corona-gerechte stationäre raumlufttechnische Anlagen und Zu-/ Abluftventilatoren“. „Nicht zu verwechseln mit den mobilen Luftreinigungsgeräten. Diese werden über das Amt für Bildung, Soziales und Familie finanziert“, so Schultheiß auf Nachfrage.

Profitieren wird die Friedrich-Glück-Schule mit einer Fördersumme in Höhe von 135 600 Euro für den Einbau von stationärer Raum-Luft-Technik im nächsten Jahr. Es gibt aber nicht nur Fördermittel für Neuanlagen, Zuschüsse sind auch zugesagt für die Um- und Aufrüstung stationärer Anlagen. Beabsichtigt ist, sechs Bestandsanlagen aufzurüsten, etwa im Max-Planck-Gymnasium, in der Theodor-Eisenlohr-Sporthalle, der Feuerwache Nürtingen und im Rathaus. „Für diese Projekte haben wir insgesamt Zuwendungsbescheide über insgesamt 676 872 Euro erhalten“, so Steffen Schultheiß. Der Förderrahmen liegt je nach Anlage zwischen 50 und 80 Prozent. „Über das Bauunterhaltungsbudget der GWN werden die restlichen Mittel finanziert.“ Die Projekte umzusetzen, so der GWN-Chef, werde für seine Mitarbeiter eine Herkulesaufgabe.

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