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22.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Überraschung hält sich in Grenzen, enttäuscht ist Mountainbike-Profi Luca Schwarzbauer dennoch. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat Max Brandl und den Kirchheimer Routinier Manuel Fumic für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert. Der Reuderner steht als Ersatzfahrer bereit.

Nach seiner Top-20-Platzierung im Weltcup-Rennen in Albstadt Anfang Mai hatte sich Luca Schwarzbauer noch mächtig Hoffnung gemacht, womöglich doch eines der beiden heiß begehrten Olympia-Tickets für deutsche Mountainbiker ergattern zu können. Spätestens nach den Deutschen Meisterschaften Anfang Juni in Gedern, einem Platten und einem letztendlich enttäuschenden fünften Platz war der Traum insgeheim aber bereits ausgeträumt. Wenn alles normal läuft, wird Schwarzbauer im olympischen Rennen in Japan nicht am Start sein. Schwarzbauers Teamkollege vom Lexware-Rennstall Max Brandl und der frischgebackene, zum sechsten Mal erfolgreiche Deutsche Meister aus Kirchheim Manuel Fumic sollen die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen vertreten. Das gab der Bund Deutscher Radfahrer am Wochenende bekannt.

„Nach der DM hatte ich nicht mehr viel in der Hand“

Luca Schwarzbauer

„Ich komme damit klar. Schade finde ich es trotzdem“, sagt der 24 Jahre alte Reuderner, der eigentlich nach den Weltcup-Rennen in Albstadt und Nove Mesto mit einer Entscheidung über die Vergabe der beiden Startplätze gerechnet hatte, dann aber mitansehen musste, wie die Konkurrenz an ihm vorbeizog. „Die DM war dann plötzlich doch noch entscheidend. Das hat unsere Planungen etwas über den Haufen geschmissen. Und nach der DM hatte ich nicht mehr viel in der Hand“, sagt Schwarzbauer, der die Olympia-Norm zwar erfüllt hat, nun aber zwei anderen die Daumen drücken will.

„Mit Manuel Fumic haben wir einen sehr erfahrenen Sportler, neben dem sich Max Brandl als Nachwuchssportler ganz ohne Druck auf die Rennen konzentrieren kann“, begründete Bundestrainer Peter Schaupp am Wochenende seine Entscheidung. Schwarzbauer traut in erster Linie seinem Teamkollegen Brandl viel zu. „Ich hoffe, dass er sehr erfolgreich sein wird. Er ist vor allem im letzten Jahr megagut gefahren und kann unter die Top Ten kommen“, sagt der Reuderner, der aber auch Manuel Fumic „ein gutes Rennen“ und damit ein gelungenes Karriere-Ende wünscht.

Schwarzbauer steht gemeinsam mit seinen Teamkollegen David List und Georg Egger als Ersatzfahrer auf der Liste des Bundestrainers. „Für mich ist das natürlich eine Luxussituation, aus so vielen Nachfolgern auswählen zu können“, sagt Bundestrainer Peter Schaupp. „Für die nächsten Jahre sind wir sehr gut aufgestellt, auch wenn die jetzige Entscheidung für den Einzelnen schade ist.“

Die olympischen Mountainbike-Rennen sollen am 26. Juli (Männer) und 27. Juli (Frauen) auf der Izu-Halbinsel, knapp 200 Kilometer von Tokyo entfernt stattfinden. Der 2500 Meter lange Parcours mit Blick auf den Fujiyama ist gespickt mit kurzen steilen Anstiegen und vielen technisch anspruchsvollen Abfahrten. Passagen zum Erholen gibt es nicht. Je 39 Mountainbiker und Mountainbikerinnen dürfen ihre Nationen dort repräsentieren.

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