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Paulas Nachrichten

06.08.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

OBERBOIHINGEN. Die Corona-Pandemie lässt viele Gemeinderäte ein wenig besorgt auf die Haushaltslage in ihren Kommunen schauen. Mit wie viel Steuereinnahmen kann man rechnen, um die Pflichtaufgaben zu erfüllen? Wie viele Abgaben fallen für die Kommune an? Nun, in Oberboihingen muss man sich derzeit keine Sorgen machen. Die Gemeinde muss nur geringe Zuweisungen beispielsweise an den Landkreis machen. Im Gegenzug stehen jedoch hohe Schlüsselzuweisungen beispielsweise des Landes an.

Und noch ein Plus kann Oberboihingen verzeichnen: Die Gewerbesteuer ist nicht nur nicht eingebrochen. Sie wird voraussichtlich sogar knapp eine Million Euro höher ausfallen, als im Haushalt eingeplant. „In Oberboihingen sind nach wie vor Unternehmen angesiedelt, bei denen die Corona-Pandemie keine größeren Einbrüche verursacht hat“, sagte Kaiser.

Am Finanzzwischenbericht lässt sich auch ein anderer Trend ablesen, den die Pandemie mit sich brachte: der Trend zum Hund. Homeoffice und Lockdown haben viele Menschen veranlasst, sich einen vierbeinigen Begleiter anzuschaffen. Bereits 2020 wurden in Oberboihingen 39 neue Hunde angemeldet. Ein Trend, der sich auch im Jahr 2021 fortsetzt, denn bis zum 30. Juni gab es ebenfalls bereits 18 Neuanmeldungen.

Neue Heizung fürs Rathaus kommt erst einmal nicht

Kindergartenentgelte waren während der nun eineinhalb Jahre andauernden Pandemie ebenfalls mehrfach Thema. In Oberboihingen wurde hier vorsichtig geplant. Vanessa Kaiser rechnet mit Einbrüchen zwischen 20 000 und 40 000 Euro. Auch bei den Essensentgelten werde es ähnliche Einbrüche geben. „Allerdings sind im Bereich der Mensa und der Kindergärten zu Jahresbeginn auch keine Ausgaben im Bereich der Essenslieferung entstanden“, sagte die Kämmerin.

So manche Investition kann 2021 noch nicht gemacht werden. So kann die Heizung im Rathaus nicht mehr in diesem Jahr erneuert werden. 120 000 Euro werden dadurch eingespart. Eine lediglich verschobene Aufgabe, die dann im kommenden Jahr eingeplant werden muss. Zudem gab es durch die Unwetter der vergangenen Wochen auch etliche Schäden, die repariert werden müssen. „Die Ausgaben bei Sach- und Dienstleistungen werden sich also nur geringfügig ändern“, sagte Kaiser.

Bei den Grundstücksverkäufen rechnet die Gemeinde mit 700 000 Euro weniger an Einnahmen, denn nicht alle Grundstücke werden noch in diesem Jahr verkauft werden können. Und auch die Sanierung der Unterboihinger Straße wird auf das kommende Jahr verschoben. Von den 75 000 Euro, die eingeplant waren, wurden bisher 4356 Euro ausgegeben.

Das ordentliche Ergebnis verbessert sich von geplanten 829 560 Euro auf circa 1,732 Millionen Euro. Wenn die Gewerbesteuer auf dem derzeitigen Niveau bleibt. Zunehmen wird der Finanzierungsüberschuss. Und zwar von 2,309 Millionen auf 2,865 Millionen Euro. Ansteigen werden zudem die liquiden Mittel. Waren im Haushaltsplan noch 4,082 Millionen Euro veranschlagt, steigen sie nun auf 4,444 Millionen Euro. Das hat jedoch wiederum unangenehme Auswirkungen: Durch das Guthaben auf den Konten der Gemeinde musste nämlich im Juni das erste Mal ein Verwahrentgelt bezahlt werden. „Es lag bisher bei 10,74 Euro, wird aber voraussichtlich ansteigen“, sagt Vanessa Kaiser. Der Anstieg der liquiden Mittel werde nun jedoch zur Folge haben, dass ab der zweiten Jahreshälfte dauerhaft Verwahrentgelt bezahlt werden muss. Auf 75 000 Euro könnten diese sich in diesem Jahr belaufen.

„Der Haushaltszwischenbericht ist sicher kein Grund zur Euphorie, aber die Gemeinde steht nicht schlecht da“, sagte Bürgermeister Torsten Hooge zu Vanessa Kaisers Ausführungen.

Gemeinderat Heinz Vogel regte an, man könne, anstatt die Negativzinsen an die Bank zu bezahlen, der Wasserversorgung einen Kredit geben. An sich eine gute Idee, allerdings benötigt die Wasserversorgung keinen Kredit, denn auch dort sei man gut aufgestellt, wie die Kämmerin mitteilte.

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