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Paulas Nachrichten

11.02.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

KÖNGEN. Großer Bahnhof gestern am späten Nachmittag im DHL-Paketzentrum. Die Post hatte in ihr Logistikzentrum geladen, um Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, Köngens Bürgermeister Hans Weil und ihren Geschäftskunden die frisch aufgerüstete Sortieranlage zu präsentieren.

Gerade rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft wurde im Köngener Paketzentrum die Anlage aufgerüstet. Durch verbesserte Steuerung und eine neue Software können dort jetzt 28 000 Pakete pro Stunde sortiert werden. 8000 mehr als zuvor. Bundesweit gibt die Post dafür 750 Millionen Euro aus. In einem nächsten Schritt wolle man die Kapazität noch weiter steigern, auf 30 000 Pakete, sagte Matthias Weidner, der Vertriebschef der Niederlassung Göppingen, zu der die Köngener Anlage gehört.

Die Zentren der Pakettochter DHL stießen bundesweit an ihre Kapazitätsgrenze, so Weidner. Denn der Internet-Versandhandel boomt. Der Umsatz im sogenannten E-Commerce sei zwischen 2002 und 2012 von 3 auf 39,9 Milliarden Euro gestiegen – die Post merkt diese Steigerung vor allem in ihren ausgelasteten Paketzentren. Allein in Köngen wurden an Weihnachten bis zu 500 000 Päckchen und Pakete innerhalb von 24 Stunden abgefertigt.

„Das Verschicken eines Pakets ist ein alltäglicher Vorgang geworden“, sagte Nils Schmid. Ebenso sei der Einkauf per Mausklick heute ein ganz normaler Vorgang. Dass die bestellte Ware dann kurze Zeit später auch beim Kunden ankomme, werde ebenso als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Investition in den Ausbau des Standorts Köngen setzten ein klares Zeichen, so Schmid. Logistik sei wichtige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum. Gerade in einer Region, deren Industrie ihre Ware in die ganze Welt hinausschicke.

Was für ein Aufwand nötig ist, um die Pakete im Köngener Zentrum pünktlich zum Adressaten zu liefern, konnte der Minister beim Rundgang durch die Anlage sehen: Auf einer Fläche von fünf Fußballfeldern rollen unentwegt Pakete vom Band, werden gescannt, vollautomatisch vermessen, sortiert und den richtigen Fahrzeugen zugeordnet. Egal ob es zu einem der 32 anderen Paketzentren geht, ins Ausland oder in den Nachbarort. Rund 500 Mitarbeiter sorgen in Köngen für einen reibungslosen Ablauf.

Der Einzugsbereich der Zentrums ist groß: „Wir bedienen ungefähr die Fläche Mallorcas“, sagte der Leiter des Paketzentrums, Erhard Veigel. Im Zuständigkeitsbereich der Köngener liegt auch die Landeshauptstadt Stuttgart und große Teile der dicht besiedelten Umlandkreise. Pakete, die in Köngen ankommen, werden von dort aus an insgesamt 1,3 Millionen Haushalte mit 2,5 Millionen Einwohnern verteilt. Oder umgekehrt – von dort aus in die ganze Welt verschickt.

Seine Gemeinde profitiere von der Gewerbesteuer und den Arbeitsplätzen, die das Zentrum geschaffen habe, sagte Köngens Bürgermeister Hans Weil. Für eine Sache habe er beim Bau des Zentrum Mitte der 90er-Jahre gekämpft: der 280 Meter Lange Bau sollte eine Dachbegrünung bekommen. Von Weils Kampfgeist profitiere heute auch das Unternehmen, so Veigel: Mit der Dachbegrünung sei das Zentrum das schönste der 33 in Deutschland.

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