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Paulas Nachrichten

30.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(mke) Vor 257 Jahren – am 30. Juni 1764 – beginnt in Südfrankreich die Bestie des Gévaudan Angst und Schrecken zu verbreiten. Sie tötet ihr erstes Opfer am 30. Juni 1764. Die Leiche der 14-jährigen Hirtin Jeanne Boulet wird am Folgetag völlig entstellt aufgefunden. Das Mädchen ist nur eines von rund 100 Opfern der Bestie.

Über drei Jahre ziehen sich die Angriffe und sind an Brutalität kaum zu überbieten. Die Bestie schleicht sich an ihre Opfer heran, tötet sie durch Erdrosseln. Innerhalb weniger Minuten verschlingt sie große Teile eines menschlichen Körpers. 15 Personen werden enthauptet. In zwei Fällen werden wenige Tage nach dem Angriff Schädel gefunden, von denen weiches Gewebe vollständig entfernt wurde. Viele Opfer werden verschleppt, manche lebendig. Das jüngste Opfer ist drei Jahre alt, das älteste 68.

Laut Berichten von Überlebenden soll das Tier die Größe eines einjährigen Kalbes haben. Der Körper soll vorne massiger als hinten, die Kopfoberseite flach sein. Schwanz und Fell werden als lang beschrieben. Die Bestie muss zudem über eine ungeheure Kraft verfügen, schließlich ist sie in der Lage, selbst erwachsene Menschen zu verschleppen.

Doch was war die Bestie des Gévaudan? Das ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Beschreibungen deuten am ehesten auf einen Wolf hin. 1765 erlegt ein Jäger einen auffallend großen Wolf in dem Gebiet. Der Schrecken scheint ein Ende zu haben, doch nur wenige Wochen später gehen die blutigen Attacken weiter. Verschiedene Hypothesen zweifeln die Wolfs-Theorie an. Von Hyänen, Wildhunden und sogar einem Löwen ist die Rede.

Die Blutspur endet, als der Jäger Jean Chastel im Juni 1767 im Wald von Teynazére ein Raubtier erlegt. Die Beschreibung des Tieres gibt bis heute Rätsel auf. Der Kopf des Ungetüms soll laut eines Notars „ungeheuerlich“ sein. Die Pfoten seien bestückt mit vier Krallen und „viel mächtiger als die anderer Wölfe“.

Und natürlich war es damals nicht anders als heute: Überall dort, wo Dinge geschehen, die den Menschen Angst machen und die sie nicht verstehen, ist Platz für Verschwörungstheorien. Bis heute gibt es Erklärungsversuche, die Serienmörder hinter den Angriffen vermuten. Selbst der Jäger Jean Chastel – der die Bestie angeblich erlegt haben soll – geriet in Verdacht, die Angriffe inszeniert zu haben, um später als Held dazustehen.

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