Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

31.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der letzten Wolfschlüger Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien ist es um den aktuellen Stand der Planungen für den Naturkindergarten, um die Hallenbelegungsgebühren, um das neue Umsatzsteuergesetz und die geplanten Sanierungsarbeiten in der Reinhardtstraße gegangen.

WOLFSCHLUGEN. Ein paar Eltern haben in Wolfschlugen im Januar 2020 den Verein Natur-Wölfle gegründet, um einen eingruppigen Naturkindergarten für Kinder ab drei Jahren neben dem Bauernhof Mack, Auf dem Bühl 3, zwischen der Stuttgarter Straße und dem Schützenhaus zu eröffnen. Nach den ursprünglichen Plänen sollten die ersten Kinder dort bereits in diesem Herbst betreut werden. Die Corona-Pandemie sowie einige bürokratische Hürden haben das Projekt jedoch ausgebremst. In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Caroline Pfeiffer vom Verein Natur-Wölfle bekannt, dass der Startschuss wohl erst am 1. September 2021 fallen wird.

Der Elternverein hatte in den vergangenen Monaten sehr engagiert die Abstimmungen mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales, dem Gesundheitsamt, der Baurechts- und Naturschutzbehörde verfolgt. Zudem plant der Verein, im November ein Benefizkonzert zugunsten des Naturkindergartens in der Turn- und Festhalle mit einem Künstler aus England zu veranstalten. Caroline Pfeiffer berichtete im Gremium von den umfangreichen Diskussionen über den Bauwagen, in dem die Kinder untergebracht werden sollen. Zwei Toiletten und zwei Waschbecken wollten die Macher darin unterbringen, was die Baurechtsbehörde jedoch ablehnte. Erlaubt sei nur eine Schutzhütte ohne Sanitäranlagen. Die aktualisierten Pläne des Vereins sehen nun vor, dass die Erzieherinnen Toiletten im Bauernhof Mack benutzen dürfen, während für die Kinder ein „Biokompost-WC ohne Chemikalien“ bereitgestellt werden soll.

Caroline Pfeiffer geht davon aus, dass der zehn Meter lange und drei Meter breite Bauwagen im April bereitsteht und am 1. September 2021 der Naturkindergarten eröffnet wird. „Wenn wir Personal und viele interessierte Kinder haben, können wir eventuell auch etwas früher starten.“ Insgesamt können maximal 20 Kinder aufgenommen werden, die von 7.30 bis 13 Uhr ohne Mittagessen und Mittagsschlaf betreut werden.

Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat stehen dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber. Einhellige Zustimmung gab es zum Konzept des Vereins, für das Baugesuch im Außenbereich für die Schutzhütte, für die Kostenübernahme der Erstinvestition des Naturkindergartens und für den Vertragsentwurf über den Betrieb und die Förderung des Naturkindergartens. Der Gemeinderat bevollmächtigte die Verwaltung, „zu gegebener Zeit den Vertrag mit dem Verein Natur-Wölfle abzuschließen“. Zunächst wird ein Abschlag in Höhe von 5000 Euro als „Handvorschuss“ für die Erstinvestitionskosten gewährt. Allein für die Anschaffung des Bauwagens wird mit Kosten von rund 90 000 Euro gerechnet.

Die Reinhardtstraße wird von September bis April saniert

Für die Monate März bis August wird die Gemeinde Wolfschlugen keine Hallenbelegungsgebühren für Sporthalle, Turn- und Festhalle und Aula von den Vereinen erheben. Nach dem Lockdown durch die Corona-Pandemie ist die Turn- und Festhalle noch immer für den Übungsbetrieb geschlossen. Für Hauptversammlungen wird sie den Vereinen, Kirchen und Einrichtungen aber noch bis Mitte September kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Sportvereine dürfen die Sporthallen in den Sommerferien ebenfalls gebührenfrei benutzen. „Unsere Vereine haben es gerade schwierig genug“, sagt Bürgermeister Matthias Ruckh. Sofern ab September wieder ein Regelbetrieb möglich ist, werden die Gebühren dann wieder erhoben.

Das neue Umsatzsteuergesetz wird ab dem 1. Januar 2021 in Wolfschlugen zur Anwendung kommen. Bisher noch umsatzsteuerfreie Bereiche werden dann zusätzlich steuerpflichtig. Gleichzeitig eröffnet sich der Gemeinde aber die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs. Der Gesetzgeber hat zwar die mögliche Übergangsfrist für das verpflichtende neue europäische Recht bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Kämmerin Brigitte Ziegler erläuterte jedoch: „Wir haben unsere Hausaufgaben alle erledigt. Unser Rechnungswesen ist so weit vorbereitet, dass wir einsteigen können.“ Ein weiteres Aufschieben sei mit Kosten von 2500 Euro für die Gemeinde verbunden. Den Vereinen soll hingegen durch den Umstieg kein finanzieller Nachteil entstehen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Man muss es sowieso umstellen. Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, dann soll man es auch schnell umsetzen“, meinte Bernd Schäfer (Unabhängige Wähler). Bürgermeister Ruckh kündigte an, dass Vereine, die eine neue Umsatzsteuerabgabe bezahlen müssen, diese durch die Gemeinde wieder erstattet bekommen können.

In der nördlichen Reinhardtstraße soll das Gasnetz ausgebaut werden. Zudem werden die Wasserleitungen erneuert. Auch neue Einläufe für die Regenwasserverdolungen werden gebaut und Weinbergrinnen in landwirtschaftliche Wege eingebaut. Nach der Ausschreibung des Bauvorhabens hatten 17 Firmen die Unterlagen abgeholt und neun Firmen ein Angebot abgegeben. Das günstigste Angebot stammte von der Firma Brodbeck aus Metzingen mit brutto 560 064 Euro. Die Summe beinhaltet den mitausgeschriebenen Anteil der Firma FairNetz aus Reutlingen mit brutto 122 718 Euro. Der Gemeindeanteil beträgt somit 437 346 Euro. Die Bauzeit wird voraussichtlich von September bis April sein.

Paulas Nachrichten

Ein Wikinger in Amerika

Vor 1000 Jahren landeten Seefahrer auf dem amerikanischen Kontinent im heutigen Kanada

Welcher Europäer kam als erstes nach Amerika? Lange Zeit dachte man, Christoph Kolumbus sei es gewesen. Doch ein anderer Seefahrer landete schon viel früher auf dem…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten