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Viele leiden unter Stress

18.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

HöGy-Schülerin befragte Schülerinnen und Schüler

Essstörungen, Depression, Übelkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Angst und vieles mehr: dies sind häufig Auswirkungen von Schulstress. Anna Gotsulya aus der Klasse 9a des Hölderlin-Gymnasiums berichtet.

Natürlich gibt es Schülerinnen und Schüler, die gut mit Schulstress umgehen können. Jedoch habe ich ein paar von der 7. bis 10. Klasse befragt, wie sie mit Schulstress umgehen und welche Auswirkungen er auf sie hat. Die Antworten waren unterschiedlich. „Ich habe ständig Nervenzusammenbrüche, esse und schlafe zu wenig und habe so gut wie keine Freizeit mehr“, sagt ein Mädchen aus der neunten Klasse eines Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen.

Meine erste Frage an die Schülerinnen und Schüler war, wie viel Zeit sie für die Schule aufwenden. Sieben von zwölf sagten, dass sie anderthalb bis drei Stunden am Tag außerhalb des Unterrichts für die Schule lernen, je nachdem, wie viele Arbeiten sie schreiben. Die restlichen fünf investieren sehr viel Zeit in die Schule und haben dann teilweise zu wenig Zeit und schaffen dadurch dann zum Beispiel nicht alle Hausaufgaben, wie eine Schülerin aus der neunten Klasse eines Gymnasiums sagt.

Die zweite Frage war, ob man durch den Schulstress auf Hobbys verzichten muss oder weniger Freizeit hat. Vier von zwölf Befragten gehen immer noch ihren Hobbys nach, aber alle zwölf haben weniger oder fast gar keine Freizeit mehr. Acht von zwölf Leuten können ihren Hobbys wegen der Schule nicht mehr nachgehen. „Ich habe, seitdem ich in der 5. Klasse bin, mit Klavierstunden aufgehört, weil mir das einfach zu viel Stress wurde und ich auch noch Fußball hatte. Vor zwei Monaten habe ich mit meinem letzten Hobby, Fußball, aufgehört, weil der Stress echt immer extremer geworden ist“, sagt eine Siebtklässlerin.

Außerdem wurde gefragt, ob der Schlaf sich durch die Schule verschlechtert hat, und nur einer von zwölf hat noch regelmäßig und genug Schlaf. Drei von zwölf schlafen weniger, vor allem vor Klassenarbeiten, und acht Personen schlafen sehr schlecht und haben teils Schlafstörungen und denken zu viel über die Schule nach, weshalb sie aus Angst nicht einschlafen können: „Es gibt häufig Nächte, in denen ich wegen Angst vor Klassenarbeiten oder zu vielen Hausaufgaben keinen Schlaf mehr finde.“

Als Letztes habe ich noch gefragt, ob die Schülerinnen und Schüler mit dem Schulstress umgehen können. Vier von zwölf kommen gut mit dem Stress klar, zum Beispiel mit Ablenkung wie Sport, oder sie finden Schule nicht so wichtig: „Ich beschäftige mich nur mit Schule, wenn ich es muss, und mache mir nicht zu viele Gedanken darüber, weil ich weiß, dass Schule nicht das Ausschlaggebende im Leben ist“, sagt ein Schüler aus der zehnten Klasse.

Drei Personen sind an den Stress gewöhnt, sind aber oft traurig und überfordert. Fünf Leute kommen nicht mit dem Stress klar und sind unmotiviert, vor allem, wenn eine Arbeit nach der anderen geschrieben wird. Außerdem sagte ein Schüler der neunten Klasse noch dazu: „Die Lehrer könnten etwas Verständnis zeigen, indem sie uns wenigstens zu drei Arbeiten in der Woche keinen weiteren Test schreiben lassen würden, da viele so zu viel Stress haben, zu wenig schlafen und sogar Depressionen bekommen können.“