Wendlingen

Mappus: „Stuttgart 21 wird kommen“

01.09.2010 00:00, Von Gaby Kiedaisch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ministerpräsident Stefan Mappus besuchte auf seiner Sommertour auch den Kreis Esslingen – Abänderungen seien möglich

Sieben Monate nach seinem Amtsantritt und sieben Monate vor der nächsten Landtagswahl stattete Ministerpräsident Stefan Mappus dem CDU-Kreisverband Esslingen einen Besuch ab. Im Köngener Schloss traf er gestern auf Unternehmer sowie Vertreter aus Städten und Gemeinden.

KÖNGEN. Nicht wie einem Landesfürsten angemessen, kam Mappus ohne Staatskarosse, trotzdem mit großem Gefährt, mit dem Bus des Landesverbands, nach Köngen. Auf seiner Sommertour quer durchs Ländle war dies an diesem Dienstagmorgen bereits sein zweiter Termin, weswegen er eine Stunde in Zeitverzug war. Den Wartenden vertrieb so lange Markus Grübel die Zeit, indem er den CDU-Anhängern noch einmal die Maßnahmen der Bundesregierung zur Wirtschafts- und Finanzkrise darlegte – nicht ohne Erfolg, wie die deutlich verbesserte Situation heute zeige. „Auch der Facharbeitermangel zeigt, dass Deutschland aus der Krise ist“, so der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Esslingen.

„Kommunen dürfen mit Problem nicht alleine gelassen werden“

In Krisenzeiten befinden sich indes die Kommunen: Gesetzlich festgeschrieben ist bis 2013, dass 30 Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz erhalten müssen. Bürgermeister Hans Weil will Klarheit darüber, denn so manche Kommune kommt mit diesem Gesetz „an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit“, wie Thaddäus Kunzmann, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands, formulierte. 25 Plätze sind in Köngen bereits eingerichtet, bis zu 2 Millionen netto soll die Betreuung laut Weil jährlich einmal kosten. Landrat Heinz Eininger ist sicher, dass das Angebot auf dem Land nicht ausreichen werde. Einig war man sich, dass die Kommunen mit diesem Problem nicht alleine gelassen werden dürfen.

In der Köngener Schlosskapelle sprach Ministerpräsident Mappus über Bildung, Energiepolitik und Stuttgart 21. Fotos: gki
In der Köngener Schlosskapelle sprach Ministerpräsident Mappus über Bildung, Energiepolitik und Stuttgart 21. Fotos: gki

Kein anderes Thema treibt die Bürger dieser Tage mehr um als Stuttgart 21. Viel Falsches werde in diesem Zusammenhang verbreitet, wendete Mappus ein, der hierzu Klartext redete: eine „einmalige verkehrspolitische Chance“ für die von der EU angestoßene Magistrale. Nachdem die Straßeninfrastruktur nicht die beste sei und so schnell auch nicht aufgeholt werden könne, auch der Flughafen in Stuttgart nie eine größere Rolle spielen werde, wobei sich Mappus nochmals deutlich gegen eine weitere Landebahn aussprach, habe man immerhin eine dritte Möglichkeit, den Ausbau der Schiene. Denn der Verkehr sei die Lebensader der Wirtschaft. Wo gebe es so etwas ein zweites Mal, dass in einer Stadt wie Stuttgart 100 Hektar frei würden, übrigens ökologisch sinnvoll, weil nicht auf dem flachen Land verbaut. Oder wo gebe es das, dass 80 Prozent der Finanzierung für Stuttgart 21 fremd bezahlt würden? Mappus warf den Gegnern vor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Ganze Häuser würden demnach in der Erde verschwinden, obwohl die S-Bahn in Stuttgart noch tiefer als der neue Bahnhof gebaut sei.


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