Wendlingen

Gewalt gegen Frauen: Die Ruhe vor dem Sturm

15.04.2020 05:30, Von Sylvia Gierlichs — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wegen häuslicher Gewalt melden sich derzeit auffallend wenige Frauen im Kirchheimer Frauenhaus

Manchmal sind keine Nachrichten gute Nachrichten. Wenn allerdings bei den Notfalltelefonen für misshandelte Frauen deutlich weniger Anrufe eingehen als normalerweise, fangen Experten an, sich Sorgen zu machen. Denn das heißt eventuell, dass Täter Telefonate ihrer Opfer unterbinden.

Die Ausgangsbeschränkungen wegen des Corona-Virus zerren an den Nerven – eine Folge kann auch häusliche Gewalt gegen Frauen oder Kinder sein. Foto: Adobe Stock
Die Ausgangsbeschränkungen wegen des Corona-Virus zerren an den Nerven – eine Folge kann auch häusliche Gewalt gegen Frauen oder Kinder sein. Foto: Adobe Stock

Es ist noch ruhig im Frauenhaus in Kirchheim. Als Ruhe vor dem Sturm bezeichnet Renate Dopatka vom Verein „Frauen helfen Frauen“ diese Ruhe. Hat sie bisher jede Woche mindestens zwei Anfragen, so sind es im Moment weniger. Auch die Beratungsgespräche sind auffallend weniger geworden. Und finden, wenn überhaupt, nur per Telefon statt. Das beruhigt die Leiterin des Frauenhauses aber keineswegs. „Pessimistisch betrachtet könnte man sagen, es ist mehr Kontrolle des Partners vorhanden, damit sind die Sozialkontakte der Frauen eingeschränkt.“ Das könne gar bedeuten, dass den Frauen die Telefone weggenommen oder sie eingesperrt würden. „Einige denken vielleicht auch, es sei nur ein Ausrutscher, wenn der Partner zuschlägt – und warten ab“, sagt Dopatka. Sie empfiehlt den Frauen jedoch, sich wenn möglich telefonisch beraten zu lassen. Unter der Telefonnummer 08000 116 116 stehen geschulte Gesprächspartner zur Verfügung.


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