Leserbriefe

Die Baukosten in Nürtingen

12.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Kohler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Auch der OB wundert sich über die Kosten“ vom 10. Dezember. Gibt es eigentlich bei der Stadtverwaltung eine Planung, die nicht planerisch und finanziell aus dem Ruder läuft? Beim Neubau am Marbachweg akzeptiert der Gemeinderat die hohen Investitionen wohl nicht mehr. Nun nimmt die Verwaltung „die Vorlage zurück“ und will „sehen, wie wir von den Kosten runterkommen“. Andere Vorhaben wurden und werden jedoch von der Mehrheit des Gemeinderats, trotz offensichtlicher Ungereimtheiten und gigantischer Kosten, abgenickt. Negativbeispiele für solche Bauvorhaben sind die exorbitant teure und überdimensionierte Autmutbrücke in Neckarhausen und der geplante Steg über den Tiefenbach, der nun als Alubrücke ausgeführt wird, den man nach meiner Auffassung günstiger bauen könnte.

Die Dauer der Planungen zur Sanierung des Hölderlin-Gymnasiums lassen kein gutes Ergebnis erhoffen. Das Schulgebäude ist 43 Jahre alt, sämtliche Pläne müssten vorhanden sein und eine Kostenberechnung kein Hexenwerk. Auch die Teilsanierung der Grundschule in Oberensingen ist sehr teuer. Bei allen Bauvorhaben rechnet man mit nicht nachvollziehbar hohen Nebenkosten, für die prüfbare Nachweise fehlen. Und ganz prominent das Hölderlinhaus mit enormen Kosten. Tonnen von Stahl und Beton werden eingesetzt, nur um zwei Außenwände zu erhalten, die „an Hölderlin am nächsten dran“ sein sollen. Im Winkel zwischen den beiden zu erhaltenden Wänden entstehen moderne, neue Räume für die Volkshochschule. Das Ganze wird „Umbau“ genannt! Dabei steht im Artikel auch: „das Hölderlinhaus wird eigentlich neu geschaffen“. Um den Keller, der angeblich der älteste Teil des Hauses sein soll, kümmert man sich intensiv und will ihn mit viel Geld erhalten.

Dabei ist gerade dieser Keller zur Hälfte abgerissen worden. Im Gegensatz dazu war und ist das wertvolle historische Dichterhaus in seiner tragenden Kernkonstruktion und wesentlichen Teilen noch vorhanden und wird größtenteils abgerissen in den nächsten Wochen und durch einen Neubau ersetzt.