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Winterlicher Lichtmangel beschert uns den blues

18.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tipps zum Vorbeugen der Stimmungstiefs in den dunklen Monaten

Einfach mal die Seele baumeln lassen: Trübe, kurze Tage bescheren vielen Menschen ein Stimmungstief, das sich bei besonders empfindsamen Gemütern bis zu einer „Winterdepression“ auswachsen kann. Um vorzubeugen, sollte man sich selbst einfach öfter einmal verwöhnen. Ebenfalls zuträglich: die richtige Ernährung und tägliche Spaziergänge. Foto: Benito
Einfach mal die Seele baumeln lassen: Trübe, kurze Tage bescheren vielen Menschen ein Stimmungstief, das sich bei besonders empfindsamen Gemütern bis zu einer „Winterdepression“ auswachsen kann. Um vorzubeugen, sollte man sich selbst einfach öfter einmal verwöhnen. Ebenfalls zuträglich: die richtige Ernährung und tägliche Spaziergänge. Foto: Benito

(pm) Die sogenannte dunkle Jahreszeit hat uns wieder, und beschert uns kurze, oft trübe oder regnerische Tage mit ungemütlichen Temperaturen. Die Sonne macht sich rar, und das schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Jeder zehnte Erwachsene, überwiegend Frauen, leidet unter dem Stimmungstief, das Fachleute als „Saisonal abhängige Depression“ (SAD) bezeichnen, das aber populärer als „Winterdepression“ bekannt ist. Wer ein paar Tipps beherzigt, kann dem Stimmungsloch vorbeugen.

Stimmungsloch schon am Morgen

Wer kennt das im Winter nicht? Man ist morgens schon gereizt, fühlt sich schlapp und lustlos. Ursache dieser Symptome ist häufig der Mangel an Sonnenlicht, das hauptverantwortlich ist für die Produktion des Hormons Serotonin. Dieses reguliert nicht nur den Blutdruck, sondern gilt gemeinhin auch als „Glückshormon“, verantwortlich beispielsweise für Sexualtrieb und Gemütszustand. Bei Lichtmangel entsteht im Körper weniger Serotonin, und stattdessen wird die Melatonin-Produktion hochgefahren, die normalerweise hauptsächlich nachts stattfindet. Eine Überproduktion von Melatonin, das unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, bringt die innere Uhr durcheinander. Dies führt in abgeschwächter Form zum gerne beschworenen „Winter-Blues“ oder zur echten Winterdepression, die den Patienten im Extremfall außerstande setzt, seinen Alltag zu

bewältigen.

Bewegung und Tageslicht

Um einer Erkrankung bereits im Vorfeld zu begegnen, sollte man sich möglichst oft im Freien bewegen, also beispielsweise spazieren gehen. Dabei ist es unerheblich, ob die Sonne scheint oder der Himmel verhangen ist. Wichtig sind allein Bewegung und Tageslicht, um etwas Gutes für seinen Serotonin-Spiegel zu tun. Und selbst an trüben Tagen ist die Licht-Intensität um ein Vielfaches höher als in geschlossenen Räumen. Experten empfehlen, täglich mindestens eine halbe Stunde an die Luft zu gehen.

Ernährung

Eine weitere unterstützende Maßnahme ist eine entsprechende Ernährung. Einige Lebensmittel, wie Bananen, Vollkorn- und Milchprodukte, aber auch Schokolade, wirken potenziell auf den Serotonin-Haushalt, da sie reichlich Tryptophan enthalten, aus dem der Körper wiederum Serotonin herstellt. Diese Nahrungsmittel sind zwar kein Heilmittel gegen die SAD, helfen aber durchaus dabei, die Stimmung aufzuhellen. Auch den in fettem Fisch oder auch Rapsöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schreibt man antidepressive Wirkungen zu, wenngleich dieses wissenschaftlich bisher nicht nachzuweisen war.

Was aber tun, wenn einen die Winterdepression voll im Griff hat? Zuerst sollte man das Gespräch mit seinem Arzt suchen, der eine entsprechende Diagnose stellen kann. Da eine SAD mit Zunahme der Tage von selbst wieder verschwindet, ist eine medikamentöse Behandlung zumeist nicht notwendig. Linderung der Symptome verschafft zum Beispiel eine Lichttherapie. Hierbei schaut der Patient möglichst direkt nach dem Aufwachen für mindestens 20 Minuten in eine Tageslichtlampe. Bereits nach vier, fünf Tagen sollte eine Besserung eintreten.

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