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18.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Von Akupunktur bis Homöopathie: Alternative Heilmethoden

Bild: AdobeStock
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(ots/red) Acht Minuten Behandlungszeit widmen laut einer Studie aus dem Jahr 2017 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland durchschnittlich ihren Patienten. Beim Heilpraktiker dauert das Erstgespräch, die Anamnese, durchschnittlich eine Stunde. Für viele Experten ist dies einer der Hauptgründe, warum immer mehr Menschen auf Naturheilkunde setzen. Das Versprechen vieler Heilpraktiker: Statt wirtschaftlicher Überlegungen steht bei ihnen der ganze Mensch im Vordergrund. Und insbesondere in der Therapie chronischer Krankheiten erzielen sie auch Erfolge.

Von Akupunktur über Homöopathie bis hin zu Yoga: Hatten im Jahr 2000 nur 36 Prozent der Bundesbürger schon einmal eine solche Behandlung in Anspruch genommen, so waren es 2019 bereits 46 Prozent, wie eine repräsentative Umfrage ergab. Dabei zeigt sich ein großer Unterschied zwischen Frauen und Männern: 60 Prozent der Frauen haben es bereits mit alternativen Heilmethoden versucht, aber nur halb so viele Männer (32 Prozent).

Basierend auf Erfahrungswerten

Besonders viele haben Akupunktur in Anspruch genommen: 22 Prozent der Frauen und zwölf Prozent der Männer. In homöopathischer Behandlung waren 24 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer schon mal, Schüßlersalze haben 23 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer eingesetzt. Entspannungsmethoden haben 16 Prozent der Frauen schon ausprobiert, bei den Männern waren es acht Prozent. Naturheilkundliche Verfahren basieren zwar oft nur auf Erfahrungswerten. Aber wie im Fall der Akupunktur sind diese bisweilen jahrtausendealt. Zunehmend versuchen Mediziner, die Wirksamkeit der Methoden anhand wissenschaftlicher Studien zu überprüfen. Es gelte, „die Spreu vom Weizen“ zu trennen, sagt der Internist und Naturheilkundler Professor Gustav Dobos aus Essen.

Komplementär oder integrativ

Statt von „Alternativmedizin“ zu sprechen, nennt er die Naturheilkunde lieber komplementär oder integrativ. Diese lege Wert auf wissenschaftliche Belege und solle die sogenannte Schulmedizin zumeist ergänzen. So kann beispielsweise zur Linderung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie Yoga eingesetzt werden, bei Depressionen zusätzlich zur Psychotherapie die Akupunktur.

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