Frickenhausen

Generationenwechsel zum 50. Jubiläum

Von der Garagen-Werkstatt zum großen Schlossereibetrieb: Vor sechs Monaten hat Lukas Schlotz den Frickenhäuser Schlossereibetrieb Schlotz in dritter Generation übernommen. Nun feiert der Betrieb 50-jähriges Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 30. Juni von 11 bis 17 Uhr.

Das gesamte Team im Jubiläumsjahr: Joachim Schlotz, Traudel Schlotz, Leon Soerensen, Maurice Poslanovic, Timo Haußmann, Marc Kreuzwieser, Natalie Pfeiffer, Lukas Schlotz, Jörg Henrich, Zeljko Miskic, Leon Rahlfs Foto: Kunde
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Firmengründer Gerhard Schlotz mit Sohn Joachim und Enkel Lukas Schlotz. Foto: Silke Schlotz
Drei Generationen auf einem Bild. Foto: Kunde
Der Dreschschuppen im „Schlat“, über zehn Jahre der Firmensitz und Werkstatt. Foto: Kunde
Der heutige Firmensitz in der Siemensstraße 8 in Frickenhausen. Foto: Silke Schlotz

FRICKENHAUSEN (adi/pm).1974 legte Gerhard Schlotz den Grundstein für 50 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte und zufriedene Kunden. Als mechanische Werkstatt in der Garage seines Wohnhauses fing es an. Repariert wurde fast alles, vom Dreirad bis zum Auflieger. Die Arbeit wurde immer umfangreicher, sodass bereits 1976 ein Umzug zwingend notwendig war. Der Dreschschuppen im „Schlat“ sollte für die nächsten zehn Jahre der Firmensitz bleiben. Der Vertrieb von Motorgeräten wurde aufgenommen.

„Kannst Du auch ein Geländer machen?“

Als diese Frage immer öfter aufkam, war der Weg hin zur Schlosserei bestimmt. Anfang der 80er-Jahre entschloss sich der gelernte Industriekaufmann und Sohn von Gerhard, Joachim Schlotz, noch eine Schlosserausbildung zu machen. Als hätte er es kommen sehen, war seine Ausbildung schneller gefragt als gedacht. 1984 übernahm er den Betrieb des Vaters, der einen Herzinfarkt erlitt und nicht mehr in der Lage war, das Unternehmen zu führen.

1985 absolvierte der junge Joachim Schlotz seine Meisterprüfung und konzentrierte sich fortan auf das Wachstum und das Wohlergehen der Firma, was einen erneuten Umzug in den heutigen Firmensitz mit sich brachte. Seit 1986 heißt die Adresse schon Siemensstraße 8 in Frickenhausen. Die Nürtinger/Wendlinger Zeitung schrieb damals: „In jeder freien Minute wurde an der Verwirklichung des neuen Domizils gewerkelt und zugepackt wo’s notwendig war… und in der Freizeit wurde am Haus weitergebaut, bis der Laden mit kleinem Büro fertig war.“

Die Produktionsfläche wächst auf das Doppelte

Auch 1999 gab es wieder Gründe für eine Berichterstattung. Denn da wurde 25-jähriges Jubiläum sowie die Einweihung des Hallenanbaus und des neuen Bürogebäudes mit Ausstellungsraum und Sozialräumen gefeiert. Damals vor 25 Jahren gab es das allerneueste und modernste Gartengerät bei Schlotz zu bestaunen: Einen vollautomatischen Rasenmäher, der alleine den Rasen mäht. Eine Sensation!

Trotz modernster Technik und Geräte stellte Joachim Schlotz im Jahr 2005 den Verkauf von Motorgeräten ein und konzentrierte sich voll und ganz auf die Schlosserei und den Metallbau.

Heute findet man im Ausstellungsraum nun verschiedene Muster von Treppen, Geländern und Vordächern. Alles für das sichere und moderne Haus. Denn Stahlkonstruktionen gehören heute zu den ästhetischen Elementen in der Architektur. Die Schlosserei Schlotz bietet professionelles Handwerk und setzt hohe Ansprüche und Maßstäbe in Ausführung und Lieferung. Sonderwünsche und Maßanfertigungen werden mithilfe von CAD-Zeichnungen in der Schlosserei für jeden Kunden individuell gefertigt.

Neben den langjährigen Mitarbeitern ist die Schlosserei Schlotz seit 1986 ein zuverlässiger Ausbildungsbetrieb für den Beruf Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Im Jahr 2014 wurde die Schlosserei nach DIN EN1090 zertifiziert und ist seither ein Schweißfachbetrieb mit werkseigener Produktionskontrolle. Wie wichtig eine gute Ausbildung ist, das hat auch der neue Inhaber Lukas Schlotz erfahren.

Als kleiner Junge war das Gelände in der Siemensstraße 8, der Firma seines Vaters Joachim Schlotz, sein Spielplatz. Als Jugendlicher verdiente er sich beim Rasenmähen und der Mitarbeit im Familienbetrieb immer etwas dazu. Er erinnert sich: „Einmal habe ich bei glühender Hitze an einem steilen Hang 150 Meter Maschendrahtzaun gezogen. Das war hart, hat mich aber nach getaner Arbeit mit Stolz erfüllt.“

Nach der Schule kam die Frage: Was jetzt? Schnell stand für ihn fest, dass es eine Ausbildung sein wird. Nach einigen Praktika in verschiedenen Berufen stand fest: „Ich werde in die Fußstapfen meines Vaters und Großvaters treten. Dieser Beruf ist vielfältig und niemals langweilig“, so Lukas Schlotz. Nach seinen Lehrjahren zum Metallbauer in einem Betrieb in Bad Urach 2016 legte er 2018 erfolgreich seine Meisterprüfung und die Zusatzausbildung zum internationalen Schweißfachmann ab.

Mit diesem Titel stand für ihn fest, dass er den Familienbetrieb einmal übernehmen würde. Bevor es jedoch so weit war, bereiste der junge Mann die Welt und lernte andere Kulturen kennen. 2019 ging er sogar für ein Jahr nach Japan und konnte sich mit der vorher erlernten Sprache bei verschiedenen Arbeitsstellen und Wanderungen durchs Land mit den Menschen dort austauschen. Nach seiner Rückkehr legte er 2021 noch einen Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt (HwO) obendrauf und unterstützte seither die Firmenleitung.

Dann war es so weit. Vor einem halben Jahr hat er die Schlosserei von seinem Vater Joachim Schlotz übernommen und führt seither die Geschicke. Zur Seite stehen ihm neun Mitarbeiter. Darunter auch seine Mutter Traudel Schlotz, die als Angestellte auch schon ihren Mann Joachim Schlotz, den Sohn des Firmengründers Gerhard Schlotz, unterstützte.

Durch die jahrelange Zusammenarbeit von Vater und Sohn war der Übergang vom Senior auf den Junior extrem reibungslos. Auch wenn der ein oder andere Stammkunde am Anfang noch skeptisch gegenüber dem „Jungen“ war, wurde dieser schnell vom Gegenteil überzeugt. Und mit dem Jubiläum wurde auch ein würdiger Zeitpunkt für den Generationenwechsel gefunden.

„Mein Großvater Gerhard Schlotz wäre sicher sehr stolz auf das, was hier entstanden ist. Und ich denke, er ist auch stolz darauf, dass sein Sohn und jetzt ich als Enkel, die Firma fortführen“, erzählt Metallbaumeister Lukas Schlotz anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Schlosserei- und Metallbauunternehmens in Frickenhausen.

Gefeiert werden die 50 Jahre mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 30. Juni von 11 bis 17 Uhr auf dem Firmengelände in der Siemensstraße 8 in Frickenhausen. Die Bewirtung übernehmen die Lenningo Gugga. Für die musikalische Unterhaltung sorgt der Musikverein Frickenhausen von 12 bis 15 Uhr. Auch für die kleinen Besucher ist für Abwechslung gesorgt. Sie dürfen sich an verschiedenen Spielstationen versuchen und können tolle Preise gewinnen. Der dafür eingenommene Teilnahmebetrag wird der Jugend des TSV Frickenhausen gespendet.

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