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Grand-Prix-Finale in Turin läuft

14.05.2022 23:35, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im italienischen Turin hat das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) 2022 begonnen. Zu Beginn wurde der John-Lennon-Klassiker «Give Peace a Chance» (Gib dem Frieden eine Chance) angespielt.

Die Band Kalush Orchestra aus der Ukraine trifft sich mit ukrainischen Fans in Turin. Luca Bruno/AP/dpa
Die Band Kalush Orchestra aus der Ukraine trifft sich mit ukrainischen Fans in Turin. Luca Bruno/AP/dpa

1000 Musiker spielten und sangen den Song auf einem großen Platz in Turins Innenstadt. In der ESC-Halle klatschten und sangen die 7000 Zuschauer den Text dann in einem riesigen Chor.

Cornelia Jacobs aus Schweden mit dem Titel „Hold me Closer“‎ bei der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest (ESC). Jens Büttner/dpa
Cornelia Jacobs aus Schweden mit dem Titel „Hold me Closer“‎ bei der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest (ESC). Jens Büttner/dpa

Grand-Prix-Moderatorin Laura Pausini eröffnete danach auf der Bühne mit einer bunten Lichtshow und einem emotionalen Popsong auf Italienisch den internationalen Gesangswettbewerb.

The Rasmus aus Finnland mit dem Titel „Jezebel“ bei der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest (ESC). Jens Büttner/dpa
The Rasmus aus Finnland mit dem Titel „Jezebel“ bei der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest (ESC). Jens Büttner/dpa

Vertreter aus 25 Ländern sind beim Finale dabei. Die 66. Ausgabe des Grand-Prix wird in Turin ausgetragen, nachdem die italienische Band Måneskin im vergangenen Jahr in Rotterdam mit ihrem Rocklied «Zitti e buoni» den Sieg errang. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine überschattet in diesem Jahr den Musikwettbewerb - bei dem Politik eigentlich keinen Platz haben soll, so wie sich das die Organisatoren vor über 60 Jahren einmal ausdachten.

Malik Harris tritt in Turin für Deutschland an. Sven Hoppe/dpa
Malik Harris tritt in Turin für Deutschland an. Sven Hoppe/dpa

Bei den Buchmachern steht der ukrainische Beitrag «Stefania» des Kalush Orchestras seit Wochen als klarer Favorit auf Platz eins. Das Lied ist eine Mischung aus Rap und ukrainischer Volksmusik. Gewidmet hat es Frontmann Oleh Psjuk seiner Mutter. Die Band kündigte in sozialen Medien an, die Gewinner-Trophäe bei einem Sieg für wohltätige Zwecke versteigern zu wollen. Die sechs Musiker aus dem Westen der Ukraine dürften viele solidarische Stimmen des Publikums erhalten. Bereits am Dienstag qualifizierten sie sich im ersten Halbfinale - ihr Weiterkommen galt als recht sicher.

Subwoofer aus Norwegen nach dem Auftritt mit dem Titel «Give That Wolf A Banana». Jens Büttner/dpa
Subwoofer aus Norwegen nach dem Auftritt mit dem Titel «Give That Wolf A Banana». Jens Büttner/dpa

Deutschlands Vertreter Malik Harris wird als 13. im Anschluss an die Ukrainer auf der Bühne stehen und sein Lied «Rockstars» singen. Der Platz im Ablauf direkt nach dem Favoriten gilt als unvorteilhaft. Der 24-Jährige sah das gelassen. «Für mich ist der ESC überhaupt nicht so ein Wettbewerb», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für ihn gehe es mehr darum, auf der Bühne zu spielen, als um die Platzierung.

Laura Pausini und Mika, die Moderatoren und Gastgeber, singen bei der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest (ESC). Jens Büttner/dpa
Laura Pausini und Mika, die Moderatoren und Gastgeber, singen bei der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest (ESC). Jens Büttner/dpa

Die Buchmacher rechnen seinem Popsong, in dem es um die Kindheit geht, als alle noch kleine «Rockstars» waren, kaum Chancen aus. Am Freitag lag er bei internationalen Wettanbietern auf dem letzten Platz. Im Vorjahr belegte Deutschland mit Jendrik und «I Don't Feel Hate» schon den vorletzten Platz. Schlechter schnitten damals nur die Briten ab, die in diesem Jahr mit Sam Ryder und «Space Man» zu den Kandidaten für die Top Fünf zählen.

Sheldon Riley geht für Australien an den Start. Jens Büttner/dpa
Sheldon Riley geht für Australien an den Start. Jens Büttner/dpa

Für die oberen Ränge werden auch die Beiträge aus Schweden (Cornelia Jakobs mit «Hold Me Closer»), Italien (Mahmood und Blanco mit «Brividi») und Spanien (Chanel mit «SloMo») gehandelt. In diesem Jahr bietet der ESC für Musikfans nicht nur knallige Bühnenshows und glitzernde Kostüme, sondern auch alles vom 80er-Technolied über einen Country-Song bis zu allen Arten von Popsongs und Balladen.

Das Kalush Orchestra tritt beim ESC für die Ukraine an. Luca Bruno/AP/dpa
Das Kalush Orchestra tritt beim ESC für die Ukraine an. Luca Bruno/AP/dpa

Am Ende entscheiden das Publikum und die Jury über die Platzierungen. Neben den Juroren können auch die Zuschauer zu Hause abstimmen. Sie dürfen nur nicht für ihr eigenes Land votieren. Das Erste überträgt den internationalen Gesangswettbewerb live ab 21.00 Uhr. Durch den Abend führt ein Moderatoren-Trio bestehend aus der italienischen Grammy-Gewinnerin und Sängerin Laura Pausini, dem britischen Sänger Mika («Grace Kelly») und Fernsehmoderator Alessandro Cattelan. Sie werden auch in der Show mit Tanz- und Musikeinlagen auftreten, ebenso wie Måneskin, die in einem Gastauftritt ihren neuen Song «Supermodel» spielen werden.

Für Pausini ist der ESC die erste Show als Moderatorin auf einer Bühne mit Publikum seit der Corona-Pandemie, wie sie am Freitag sagte. Sie wolle eine Botschaft des Friedens aussenden. «Vereinte Menschen bedeuten auch Frieden», erklärte sie.

© dpa-infocom, dpa:220514-99-282327/3

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