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Bericht: Auch US-Regulierer überprüfen Amazons Marketplace

11.09.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Washington (dpa) - Amazons Händler-Plattform Marketplace gerät nach Wettbewerbsermittlungen in Europa auch ins Blickfeld amerikanischer Regulierer.

Amazons Händler-Plattform Marketplace gerät nach Wettbewerbsermittlungen in Europa auch ins Blickfeld amerikanischer Regulierer. Foto: Monika Skolimowska
Amazons Händler-Plattform Marketplace gerät nach Wettbewerbsermittlungen in Europa auch ins Blickfeld amerikanischer Regulierer. Foto: Monika Skolimowska

Die US-Handelsaufsicht FTC befrage teilnehmende Händler, um festzustellen, ob Amazon Wettbewerber benachteilige, berichtete der Finanzdienst Bloomberg am Mittwoch. Die FTC-Vertreter wollten dabei unter anderem wissen, welcher Anteil ihres Geschäfts auf Marketplace entfalle, verglichen mit anderen Plattformen wie Ebay. Das Interesse könnte auf die Vorbereitung offizieller Ermittlungen hinweisen.

Bei Marketplace können Händler ihre Artikel über die Amazon-Website verkaufen und dabei bei Bedarf auch auf die Logistik-Infrastruktur des Konzerns zugreifen. Nach Firmenangaben stammen 58 Prozent des weltweit über Amazon erwirtschafteten Bruttowarenumsatzes von diesen Verkäufern.

In Europa hatte die EU-Kommission im Juli eine Untersuchung zu Marketplace eingeleitet. Die Brüsseler Wettbewerbshüter gehen der Frage nach, ob Amazon als Betreiber Daten aus der Plattform nutzt, um sich gegenüber den Händlern einen unerlaubten Vorteil zu verschaffen.

Zugleich hatte das Bundeskartellamt mit einer eigenen Untersuchung mehr Rechte für Händler auf der Plattform durchgesetzt. So wurden zum Beispiel Vorgaben zur Haftung bei kaputten Produkten umformuliert, die bisher zulasten der Händler gingen. Es ging dabei nicht nur um «amazon.de», sondern um alle Online-Marktplätze des Unternehmens.

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