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„Er hat viele neue Impulse gesetzt“

17.04.2018, Von Gaby Kiedaisch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wirtschaftsförderer Fabian Oswald wechselt nach Sigmaringen – Suche nach neuem Wirtschaftsförderer hat begonnen

Zum Märzende hat Fabian Oswald seine Tätigkeit als Wirtschaftsförderer der Stadt Wendlingen niedergelegt. Oswald war drei Jahre in der Stadt zwischen Neckar und Lauter mit diesem Amt betraut und hat hier seine Spuren in vielfältiger Hinsicht hinterlassen. Den 29-Jährigen zieht es nach einigen Jahren in der Fremde wieder in seine Heimat, die Schwäbische Alb bei Winterlingen.

Fabian Oswald zieht es wieder in seine alte Heimat, die Zollernalb. Foto: Kiedaisch

WENDLINGEN. „Wir haben ihn nur ungern verloren“, sagte Bürgermeister Steffen Weigel auf Nachfrage unserer Zeitung zum Weggang von Fabian Oswald. „Er war ein sehr guter Mitarbeiter in einem schwierigen Aufgabenfeld“, zollte Weigel dem scheidenden Wirtschaftsförderer seine Anerkennung.

Und auch Oswald sieht seinen Wechsel mit gespaltenen Gefühlen: Es gehe ihm so wie dem Harthauser Vetter. Der Harthauser Vetter stellt eine Figur seines Heimatorts Harthausen auf der Scher dar, aus dem in Zeiten der Not viele Menschen ausgewandert sind. Diese Figur hat eine weinende und eine lachende Gesichtshälfte. Einerseits verließen die Auswanderer ihre Heimat in der Hoffnung auf ein besseres Leben, andererseits waren sie darüber traurig, ihre Familie verlassen zu müssen. Ähnlich geht es Oswald: einerseits freue er sich auf seine Heimat und die neue berufliche Herausforderung, andererseits habe er hier in Wendlingen eine gute Zeit gehabt.

Durch seine vielfältigen Tätigkeiten habe er einen breiten Einblick in die Verwaltung erhalten, sagt Oswald auf die Frage nach seinem Aufgabenspektrum. Zu den Schwerpunkten gehörten Stadtmarketing, Breitbandausbau, Firmenkontakte, Grundstücksverkehr, die ärztliche Versorgung der Bevölkerung.

Ganz oben stand die Aufgabe, Wendlingen attraktiver zu machen. Ein allumfassendes Thema, bei dem eine Verwaltung zwar den Rahmen dafür setzen kann, die anderen Akteure jedoch im Wesentlichen selbst das Bild ausmalen müssen, um bei der gleichen Metapher zu bleiben. So war die Stadtverwaltung an der Gründung des neuen Vereins Wendlingen aktiv beteiligt. Oswald war sowohl hier im Vorstand als auch im Handels- und Gewerbeverein aktiv. Zahlreiche Aktionen hat er mitinitiiert und mitgestaltet: Wie bei den Grünen Wochen und der Stuhlaktion im vergangenen Jahr. Oswald hat hier sämtliche Aktivitäten von städtischer Seite mitbetreut. Nicht zu vergessen die Leistungsschau in 2017, den Abend der 1000 Lichter, die Gutscheinaktion oder das Cityfest in den letzten Jahren.

Bei den Rahmenbedingungen darf selbstverständlich nicht das Fußgängerleit- und das Parkleitsystem vergessen werden. Genauso wenig der Blumenkübelschmuck und die Ruhebänke in der Innenstadt, um ihre Attraktivität zu steigern. Dafür hat Fabian Oswald mit vielen Stellen im Rathaus zusammengearbeitet, will er nicht alles auf seine Person vereint wissen und stellt deshalb die gute Zusammenarbeit mit Kollegen und auch Unternehmen heraus.

Bürgermeister Weigel lobte seine Arbeit. „Er hat viele neue Impulse gesetzt und vieles auf den Weg gebracht, was viel Zeit gekostet hat.“ Wie zum Beispiel der Breitbandausbau in Abstimmung mit dem Landkreis. Überall dort, wo in Wendlingen gerade die Straße aufgebaggert wird, lässt die Stadt Wendlingen Leerrohre für Glasfaserkabel legen, obwohl das nicht zur kommunalen Pflichtversorgung gehört. Das Ziel ist, Glasfaser bis ins Haus zu verlegen.

Auch freut sich Oswald, dass er den Anstoß zu einem Unternehmensdialog geben konnte. „Die Reaktionen darauf waren sehr positiv“, sagt er auch zur Unternehmensbefragung, die zusammen mit dem Gemeinderat durchgeführt worden war. „Es würde mich freuen, wenn dieses kleine Pflänzchen weiter gedeihen würde.“

„Es waren drei spannende und lehrreiche Jahre in Wendlingen“, sagt der scheidende Wirtschaftsförderer rückblickend und ist dankbar, die Chance dazu in Wendlingen gehabt zu haben. Nun scheinen die Wanderjahre Oswalds sich dem Ende zuzuneigen. Nach dem Studium war er für ein Jahr in Australien, Neuseeland und Asien unterwegs. Weitere berufliche Erfahrungen hat er im Online-Marketing bei einer Firma in Berlin gesammelt. Von Berlin ging es nach Stuttgart, dort hat er mit seiner Lebensgefährtin gewohnt, während er in Wendlingen seinen Arbeitsplatz hatte. Nun wollen die beiden wieder in ihre Heimat ziehen. Oswald ist in Harthausen auf der Scher, ein Ortsteil von Winterlingen auf der Zollernalb, groß geworden. Hier zieht es ihn zumindest vorläufig hin, bis er mit seiner Freundin eine neue Bleibe gefunden hat. Im 19 Kilometer entfernten Sigmaringen, auf dem Landratsamt, wird sein neuer beruflicher Wirkungskreis sein. Dort ist er der Stabsstelle der Landrätin zugeordnet.

Erste Bewerber haben sich auf Stelle des Wirtschaftsförderers beworben

Die Stadt Wendlingen ist derweil auf der Suche nach einem neuen Wirtschaftsförderer. Erste Bewerbungen lägen bereits vor, so Bürgermeister Weigel zu der noch nicht abgeschlossenen Nachfolgersuche. Man wolle die Stelle nur besetzen, wenn auch die richtige Person dazu gefunden werde. Lieber wolle man einige Monate zuwarten.

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