Region

Verwundet und aufgehoben

01.04.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Karfreitag lehrt uns, dass an unserem je eigenen Leiden kein leichterer Weg vorbeiführt.

Kein seelisch ausgeglichener Mensch möchte leiden. Aber wer versucht, das Leiden zu umgehen, wird auf andere Weise davon eingeholt. Wenn wir uns an dem vorbeimogeln, woran wir in unserem tiefsten Herzen leiden, kann unsere Seele krank werden. Ein anderes Leiden entsteht. Dann leidet einer vielleicht an Magengeschwüren, weil er es nicht aushalten kann, dass die Welt anders ist, als er sie sich vorstellt, und er seinen Ärger über die eigene Enttäuschung in sich hineinfrisst. Wer vor dem not-wendenden Leiden flüchtet, wird von einem dabei entstehenden Leiden heimgesucht.

Deswegen begehen wir den Karfreitag. Nicht weil wir verliebt in das Leiden sind, sondern weil wir uns bei der Meditation des Leidens Jesu eingestehen können, woran wir selber leiden und dennoch nicht daran verzweifeln müssen: Verwundet bin ich und aufgehoben. Vielleicht erfahren wir im Eingeständnis unseres eigenen Leidens, dass wir gute Freunde haben, vielleicht schenkt uns das Eingeständnis die Erfahrung von Ruhe und innerem Frieden.


Sie möchten den gesamten Artikel lesen?


Jetzt direkt weiterlesen!

  • 14 Tage gratis alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch

0,00 €

Tagespass

  • 24 Std. alle Artikel und das E-Paper lesen

1,20 €

6-Wochen-Angebot

  • 6 Wochen alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch

19,90 €

Digitalabo

  • Alle Artikel und das E-Paper im Abo lesen
  • monatlich kündbar

22,50 €


Ich bin bereits Abonnent


Sie sehen 31% des Artikels.

Es fehlen 69%



Region