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Sen statt Ulfkotte

10.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andrea Müller, Nürtingen. Zum Leserbrief Islam und Toleranz vom 6. Juli. Wie Herr Kunzmann feststellt, ist Islamismus zweifelsohne ein Thema, das viele Menschen bewegt. Umso wichtiger ist es, zu einer differenzierten Betrachtungsweise einzuladen und Abstand zu nehmen von simplistischen Darstellungen, die das Thema allenfalls weiter emotional aufladen und Frontenbildung im Sinne von wir und die anderen betreiben. Solches Schubladendenken und die unerträgliche Reduktion von selbstbestimmten Menschen mit vielfältigen Lebensentwürfen wirken Verständigungsprozessen und beidseitiger Integrationsoffenheit diametral entgegen. Herrn Kunzmann empfehle ich daher dringend, statt Ulfkotte und Kelek einmal Amartya Sen zu lesen: Wenn man die Weltbevölkerung nach Zivilisationen oder Religionen unterteilt, gelangt man zu einer solitaristischen Deutung der menschlichen Identität, wonach die Menschen einer und nur einer Gruppe angehören. Mit einer solitaristischen Deutung wird man mit ziemlicher Sicherheit fast jeden Menschen auf der Welt missverstehen (Sen, Identitätsfalle). Was, wie wir alle wissen, schon oft fatale Folgen hatte.


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