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Liste ist fragwürdig

04.07.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dagmar Binder, Nürtingen. Zum Artikel Mehrheit nicht für die Minderheit bestrafen vom 28. Juni nehme ich als Mutter eines vom Abi-Ball ausgeschlossenen Schülers wie folgt Stellung: In besagtem Artikel kann der Eindruck entstehen, die auf der Liste aufgeführten Abiturienten seien identisch mit den Verursachern der Sachbeschädigungen in der Nacht nach der Aushändigung der Reifezeugnisse. Unabhängig von der prinzipiellen Fragwürdigkeit der Erstellung einer solchen Liste handelt es sich um einen Verstoß gegen ein elementares Rechtsstaatsprinzip (Unschuldsvermutung aus der europäischen Menschenrechtskonvention und Unschuldsvermutung aus dem Grundgesetz), weil bis zur Stunde nicht bekannt ist, dass Zeugenaussagen und/oder Beweise vorliegen. Wenn der Schulleiter einräumt: Die Liste ist eine schwierige Sache, da niemandem konkret etwas nachgewiesen werden konnte, impliziert dies, dass es zwar an konkreten Beweisen fehlt, nicht aber an der Überzeugung, es hier mit den Tätern zu tun zu haben. Die Aussage, die sechs jungen Männer seien eine Minderheit, die zu viel trinkt und dann nicht mehr weiß, was sie tut?, ist eine unzulässige Verallgemeinerung und kommt einer Verleumdung gleich.

Die Schüler der Liste mussten dazu herhalten, die über den Vandalismus aufgebrachten Gemüter zu beruhigen und den Abi-Ball durch ihren Ausschluss doch noch zu retten. Es wurde ein Kriterium zu Tage gefördert, das auf die Platzhalter der Liste zu passen schien: Sie sollen bei anderen Gelegenheiten negativ aufgefallen sein.


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