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Kommentar

06.07.2007, Von Von — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas

WARAUSCH

Der postmoderne Mensch ist fusionsgeplagt. Oft ist der Zusammenschluss zu größeren (wirtschaftlichen) Einheiten im Zeitalter der Globalisierung vermeintlich der Weisheit letzter Schluss. Nun müssen zwar die Krankenkassen nicht gerade mit Billiganbietern aus Fernost oder aus Osteuropa konkurrieren, doch die Gesundheitsreform als Folge des über Gebühr strapazierten Gesundheitssystems in Deutschland übt Druck auf sie aus. Kostendruck. Dennoch bleibt die Vielfalt auf dem Kassenmarkt erhalten. Die Anbieter müssen sich positionieren. Sie stehen im Wettbewerb. Der Preis ist oft das wichtigste Kaufargument. Doch wenn der Gesetzgeber in zwei Jahren für gleiche Beiträge in der gesetzlichen Krankenkasse sorgt, fällt dieses Unterscheidungsmerkmal weg. Schlecht für starke Kassen in wirtschaftlich starken Regionen. Also müssen die Kassen ihr Selbstverständnis anders definieren. Einst warf man mit schillernden Kursangeboten die Marketingmaschine an. Das Präventionsangebot bleibt wichtig. Doch in Zeiten individueller Verunsicherung ist den Menschen gewiss die Sicherung und der Ausbau medizinischer Versorgung am wichtigsten. Hier wird sich gerade die größte gesetzliche Krankenkasse in der Region, die neue AOK Neckar-Fils, als Partner der Menschen, auch und vor allem derer, deren finanzielle Möglichkeiten eher beschränkt sind, erweisen müssen. Als starker Partner. Dass AOK-Chef Dieter Kress zum Beispiel der Ungleichbehandlung von privat und gesetzlich Versicherten bei der Facharztbehandlung den Kampf ansagt, werden viele gerne hören. Kress spricht für 315 000 Menschen. Freilich wird er sich an diesen Vorsätzen messen lassen müssen. Damit die Mitarbeiter ihren Dienst am Kunden schnell motiviert antreten können, muss hinsichtlich der Verschiebungen ihrer Arbeitsorte schnell Klarheit geschaffen werden. Auch bei den 700 Mitarbeitern steht die neue Führungscrew also im Wort.

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