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Friedensgebet zum 9. November

12.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jens Beckmann, Wendlingen. Wer die Pogrome vom 9. November als „offenes Ausleben von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ bezeichnet, der lässt sich noch heute von der Nazi-Propaganda täuschen. Aus zwei Gründen: Erstens, weil sich die judenfeindlichen Pogrome eben nicht gegen „Fremde“, sondern gegen bestens integrierte Landsleute richteten, die als Feindbild aufgebaut wurden. Zweitens, weil sich hier keineswegs ein rassistischer „Volkswille“ Bahn brach, sondern die politischen Machthaber die Pogrome gegen den Willen der leider schweigenden Mehrheit bewusst als solchen inszenierten, um ihr rechtswidriges Handeln zu legitimieren. Hüten wir uns davor, dies noch heute zu einem Erfolg zu machen, indem wir diese Deutung kritiklos übernehmen! Davon unabhängig bete ich als Mensch und als Christ auch am 9. November für den Frieden und für die damaligen wie heutigen Opfer von Krieg, Verfolgung und Unterdrückung.

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