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Nürtingen

Vom Lkw gerammt

30.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Von Mike Tyson geschlagen zu werden, das ist wie von einem rasenden Ferrari angefahren zu werden – von Earnie Shavers geschlagen zu werden, das ist, als werde man von einem schweren Lkw gerammt“, äußerte kein Geringerer als der zweimalige Weltmeister im Schwergewichtsboxen Larry Holmes am Ende seiner Karriere. Er muss es wissen, denn er stand gegen beide im Ring, während sein Rivale Muhammad Ali nur Letzterem noch boxerisch begegnet ist, dabei aber zu einem ganz ähnlichen Urteil über Earnie Shavers kommt wie Holmes: „Earnie schlug mich so hart, dass es noch meine Vorfahren in Afrika erschütterte.“ Dieser 1945 in Alabama geborene Earnie Dee Shavers, auch „K.-o.-King“ der „The Black Destroyer“ genannt, hatte trotz seines harten Schlages, für manche dem härtesten der Boxgeschichte, eine entscheidende Schwäche: ein Glaskinn! Daneben machten ihm oft Konditionsmängel zu schaffen, was seinen Boxstil entscheidend beeinflusste. Es blieb dem stämmigen Südstaatler gar nichts anderes übrig, als in jedem Kampf die schnelle Entscheidung zu suchen – was ihm auch oft gelang. So musste er von August 1970 bis Dezember 1973 nicht eine einzige Niederlage hinnehmen. Von den dazwischen absolvierten 33 (!) Kämpfen gewann er nur einen nach Punkten, all anderen durch K.o., meist in einer der ersten zwei Runden. Unter seinen Opfern befanden sich so renommierte Boxer wie Jimmy Ellis, Jimmy Young, Ken Norton und Joe Bugner. Als Shavers im September 1977 als Herausforderer gegen Muhammad Ali antrat, hatte er allerdings auch schon öfter seine Mängel zur Schau gestellt. Trotzdem hatte der merklich gealterte Ali mächtig Probleme mit dem offensiv agierenden Shavers, der, was ihm selten gelang, gegen den „Größten“ über die volle Distanz gehen konnte und nach Punkten den Kürzeren zog. Einen Ausscheidungskampf um den Titel gegen Larry Holmes verlor er nach Punkten und ging im ein Jahr später stattfindenden Rückkampf in der elften Runde k.o. heb

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