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Treibstoff der Zukunft

10.08.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit Strom aus Windrädern oder Wasserkraft kann man umweltfreundliches Wasserstoffgas herstellen

Wasserstoff ist überall. Das chemische Element könnte Energie liefern und so unsere Welt verändern. Denn als umweltfreundlicher Treibstoff soll Wasserstoff Benzin und andere Brennstoffe ablösen.

Foto einer H2-Tankstelle am Ostbahnhof in Berlin. Wasserstoff ist ein chemisches Element. Er gilt als umweltfreundlicher Treibstoff.  Foto: Philipp Brandstädter/dpa
Foto einer H2-Tankstelle am Ostbahnhof in Berlin. Wasserstoff ist ein chemisches Element. Er gilt als umweltfreundlicher Treibstoff. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Fabriken, Flugzeuge und Autos verschmutzen unsere Umwelt. Damit die meisten ihrer Motoren und Maschinen laufen, verbrennen sie Treibstoffe wie etwa Benzin. Dabei werden auch schädliche Abgase ausgestoßen. Doch das muss nicht unbedingt sein. Denn es gibt einen Treibstoff, der der Umwelt nicht so sehr schadet: Wasserstoff.

Wasserstoff und Sauerstoff bilden zusammen Wasser

Wasserstoff ist ein chemisches Element. Er kommt in unserem Universum am häufigsten vor. Auch auf der Erde gibt es jede Menge davon. Unter anderem bildet Wasserstoff zusammen mit Sauerstoff Wasser. Das Element steckt auch in allen Lebewesen, in Kohle oder Erdgas.

Außerdem ist Wasserstoff ein sehr leichtes und brennbares Gas. Kommt es mit Sauerstoff aus der Luft in Kontakt und wird entzündet, so verbrennen die Gase gemeinsam zu Wasser. Dabei wird jede Menge Energie freigesetzt.

„Treibt man mit Wasserstoff Motoren an, ist das nicht weiter umweltschädlich“, erklärt der Experte Ulrich Schmidtchen. Außerdem sei Wasserstoff nahezu unbegrenzt vorhanden. Die viel genutzten Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas würden dagegen längst knapp werden.

Wasserstoff kann man umweltfreundlich herstellen

Dann klingt es doch super, künftig Fahrzeuge und andere Maschinen mithilfe von Wasserstoff umweltfreundlich anzutreiben. Dabei gibt es aber ein Problem. Für die Herstellung von Wasserstoff als Energieträger wird ebenfalls viel Energie benötigt. Die kam bislang zumeist aus sogenannten fossilen Brennstoffen wie etwa Erdöl oder Erdgas. Man pustet also Abgase in die Luft, um Wasserstoff überhaupt herzustellen! Solange das nur so funktioniert, kann ein mit Wasserstoff betriebener Motor nicht umweltfreundlich sein. Das soll sich aber bald ändern, weiß Ulrich Schmidtchen.

Strom aus Windrädern

Durch erneuerbare Energien aus Sonne, Wasser und Wind könnte man in Zukunft immer mehr Wasserstoff umweltfreundlich herstellen. „In Deutschland produzieren Windräder viel elektrischen Strom“, erklärt der Fachmann: „Oft mehr als nötig. Künftig könnten die Räder Wasserstoff herstellen, wenn gerade kein Strom gebraucht wird.“

Bis es so weit ist, muss es aber billiger und sicherer werden, den Treibstoff überall und in großen Mengen zu benutzen. Schließlich ist Wasserstoff ein explosives Gas. Es muss stark gekühlt werden, damit es flüssig wird. Und es muss in sicheren Tanks befördert werden, damit es nicht mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert.

Doch Forscher sind zuversichtlich, dass Wasserstoff künftig immer mehr Autos antreiben und Häuser beheizen wird. Und zahlreiche Politikerinnen und Politiker setzen sich ebenfalls dafür ein.

Nürtingen