Nürtingen

Steinzeitfutter

31.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bg) Neues vom Diätmarkt: Nach Trennkost, Weight Watchers und Low Carb kommt jetzt die Paläo-Diät: Essen wie die Steinzeitmenschen. Die nämlich, so die Begründung der Erfinder, hätten Sorgen wie Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gar nicht gekannt. Da der Stoffwechsel des modernen Menschen noch voll auf die Speisekarte von Fred Feuerstein gepolt sei, müsse, wer gesund leben wolle, unbedingt dessen Ernährungsgewohnheiten übernehmen. Hauptsache, die bösen Kohlenhydrate bleiben draußen.

Was die Erfinder verschweigen ist, dass der Steinzeitmensch unter anderem auch deshalb den oben erwähnten Gebresten entging, weil er selten älter als 30 Jahre wurde und dann als besonders gesundes Stück Fleisch auf der Speisekarte des Säbelzahntigers landete. Außerdem war der Vorfahr nicht wählerisch und aß mit Genuss auch mal eine schöne fette Made, die sich im Gegensatz zum großen Säugetier nur wenig gegen ihren Verzehr wehrt.

Doch die Erfinder der Paläo-Diät sind nicht interessiert an einer historisch korrekten Darstellung der altsteinzeitlichen Ernährungsgewohnheiten, sondern am Verkauf ihrer Erfindung, eines Tontopfes. Tontopf? Der Hobby-Altsteinzeitforscher reibt sich die Augen: Getöpfert haben die Menschen doch erst viel später, nämlich ab der Zeit, in der sie Gefäße brauchten, um die durch Ackerbau erzeugten bösen Kohlenhydrate, vulgo das Korn, zu lagern. Übrigens stieg ab da die Lebenserwartung.


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