Nürtingen

Pionier der klinischen Psychiatrie

18.08.2009, Von Stefan J. Dietrich — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der aus Nürtingen stammende Heinrich Köstlin revolutionierte die Behandlung seelisch Kranker

Ein großer Sohn Nürtingens hat das Bemühen um seelisch kranke Menschen revolutioniert: Heute vor 150 Jahren ist Heinrich Köstlin gestorben.

NÜRTINGEN. Der Nürtinger Heinrich Köstlin brach der klinischen Psychiatrie in Württemberg Bahn. Nach seinen Plänen wurde im ehemaligen Jagdschloss Winnental 1834 die erste moderne Heil- und Pflegeanstalt für psychisch Kranke eingerichtet.

Diese Einrichtungen waren zuvor oft schlimmer als Zuchthäuser, die sogenannten „Detentionsanstalten“, in welchen psychisch Kranke bis weit ins 19. Jahrhundert hinein weggesperrt wurden. Methoden wie kalte Wassergüsse oder regelmäßige Prügel waren an der Tagesordnung: Hilflos stand die Medizin den „Irren“ gegenüber.

„Gibt es denn keine Arzneien, die Wiederherstellung der Geisteskräfte erwirken?“, fragt Heinrich Köstlin schon 1813 in einem Brief seinen Freund Justinus Kerner, der bekanntlich einer mehr romantisch-mystischen Auffassung von Geisteskrankheit anhing. Seit Köstlin als Tübinger Student unter Professor Autenrieth den unglücklichen Dichter Friedrich Hölderlin zu behandeln versucht hatte, ließ Köstlin diese Frage nicht mehr los.


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