Nürtingen

In Fängen des Kapitals?

29.06.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Café denk.art ging es um das Verhältnis von Kunst und Kapitalismus

NÜRTINGEN (tos). Fragen der Ästhetik und der Kunst waren schon mehrmals Thema im Café denk.art. Am vergangenen Sonntag führte Andreas Mayer-Brennenstuhl vor rund 40 Gästen in der Alten Seegrasspinnerei diesen Strang fort, indem er nach den Funktionen des Ästhetischen und den Möglichkeiten der Kunst im spätmodernen Kapitalismus fragte.

Deutlich wurde dabei, dass auf der einen Seite der Kapitalismus in unserer Zeit immer ästhetischer und kreativer wird – manche Autoren sprechen geradezu von einem „ästhetischen Kapitalismus“ –, auf der andere Seite unterliegt die Kunst mehr und mehr den Gesetzen des Marktes, indem sie immer kommerzieller wird.

Andreas Mayer-Brennenstuhl berief sich vor allem auf den Philosophen Gernot Böhme, der gezeigt hat, dass die Wachstumsdynamik unserer Wirtschaft nur aufrechtzuerhalten sei, wenn diese sich ästhetischer Mittel bediene. Damit sei nicht nur gemeint, dass Waren schön verpackt sind. Vielmehr seien moderne Unternehmen darauf aus, mit Hilfe der Kunst und der Werbung Lebensgefühle und Sinnsurrogate zu verkaufen, was Mayer-Brennenstuhl mit Fotos eindrücklich illustrierte. Es zähle nicht mehr vorrangig der Gebrauchswert einer Ware, sondern ihr „Inszenierungswert“ – ein Begriff, den der Kulturkritiker Theodor W. Adorno eingeführt hat.


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