Nürtingen

Explosives Gewand

05.07.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bg) Am 5. Juli des Jahres 1946 stellte ein französischer Bademodendesigner seine neueste Kreation vor. Die war so gewagt, dass seriöse Mannequins (heute würde man Models sagen) sich weigerten, sie vorzuführen. Also musste Louis Réard, so hieß der Mann, die Nackttänzerin Micheline Bernardini engagieren, um der Öffentlichkeit zu zeigen, was er geschneidert hatte: Ein Badekleid, das gerade mal so primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale bedeckt. Man konnte sogar den Bauchnabel sehen!

Als ob solches zu jener Zeit nicht schon explosiv genug gewesen wäre, verlieh Réard dem Ganzen noch den Namen eines kleinen Eilandes, das erst wenige Tage zuvor der Weltöffentlichkeit mit einem großen Knall bekannt geworden war: Das Bikini-Atoll mitten im Pazifik, Schauplatz eines gewaltigen Atomwaffentests. Ein solcher galt zur damaligen Zeit noch als besonders fortschrittlich.

Erst in Kombination mit dem ebenso griffigen wie exotischen Namen trat das zweiteilige Badegewand seinen Siegeszug um die Welt an. Denn wirklich erfunden hatte Réard den Bikini eigentlich nicht. Schon auf römischen Mosaiken aus Sizilien sind Frauen beim Sport im Zweiteiler zu sehen. Valentin Lehr aus Freiburg stellte um 1900 Zweiteiler für besonders schamhafte Anhänger der Freikörperkultur (FKK) her.


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