Nürtingen

Eine Fußball-Legende

03.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) In der zweiten Hälfte der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts war er einer der Größten, auch wenn er tatsächlich nur 1,75 Meter maß. Auf dem Platz aber regierte Luis Suárez. Auf ihn setzten die Vereinsbosse von FC Barcelona und Inter Mailand. Ihm vertraute der nach Meinung vieler beste Fußballtrainer der Welt, Helenio Herrera. Kaum einer konnte ein Spiel lesen, wie der aus Galicien stammende Luis Suárez Miramontes, keiner so millimetergenaue Pässe abschicken, wie er. Und torgefährlich war er auch noch: 61 Treffer in 122 Spielen für den FC Barcelona sprechen für sich. Bei Inter waren es dann nur noch 42 in 256 Spielen, aber da musste er als Chef der Schaltzentrale zwischen Abwehr und Sturm mehr Defensivaufgaben übernehmen. Schließlich hatte Trainer Herrera, der Suárez bei seinem Weggang aus Barcelona einfach mit nach Mailand genommen hatte, für das dortige Team den „catenaccio“ im Gepäck, den Abwehrriegel, und machte Inter damit zur besten Vereinsmannschaft seiner Zeit. Fünf Verteidiger bildeten eine Kette hinter vier Mittelfeldspielern und einer Spitze, wie man heute sagen würde. Variationen möglich. Das System hat sich durchgesetzt. Die Viererkette ist bis hinunter in die Kreisklasse dazu da, den Laden hinten dicht zu halten. Inter gewann damit drei Landesmeisterschaften, zwei Europapokalfinals und zweimal hintereinander den Weltpokal. Nur als Nationalspieler hielten sich die Erfolge des Luis Suárez in Grenzen. Immerhin gewann Spanien unter seiner Regie 1964 die Endrunde der Europameisterschaft. Bei einer Weltmeisterschaft konnte Spanien noch nie mehr als einen Blumentopf gewinnen. Auch später, als Suárez 1988 den legendären Miguel Munoz als Trainer des spanischen Nationalteams beerbt hatte, reichte es 1990 nur fürs Achtelfinale. Am Sonntag feierte Spaniens Fußball-Legende seinen 75. Geburtstag.

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