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Ein Wikinger in Amerika

10.08.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Vor 1000 Jahren landeten Seefahrer auf dem amerikanischen Kontinent im heutigen Kanada

Welcher Europäer kam als erstes nach Amerika? Lange Zeit dachte man, Christoph Kolumbus sei es gewesen. Doch ein anderer Seefahrer landete schon viel früher auf dem Kontinent. Sein Name war Leif Eriksson. Der Wikinger starb vor 1000 Jahren.

Das Foto zeigt eine isländische Sonderbriefmarke mit der Darstellung der Landung von Leif Eriksson und seinen Leuten in Neufundland. Der Wikinger soll vor mehr als 1000 Jahren von Grönland aus dorthin gesegelt sein.   Foto: Stefanie Paul/dpa
Das Foto zeigt eine isländische Sonderbriefmarke mit der Darstellung der Landung von Leif Eriksson und seinen Leuten in Neufundland. Der Wikinger soll vor mehr als 1000 Jahren von Grönland aus dorthin gesegelt sein. Foto: Stefanie Paul/dpa

Denkt man an die Wikinger, fallen einem vermutlich grimmige Typen mit Bärten ein. Raufbolde, die mit ihrem Schwert in jede Schlacht ziehen.

Standbild des Amerika-Entdeckers Leif Eriksson vor der Hallgrimskirche in Reykjavik/Island. Der Wikinger soll als erster Europäer in Amerika an Land gegangen sein – und zwar in Neufundland vor der Küste des heutigen Landes Kanada. Foto: Roland Holschneider/dpa
Standbild des Amerika-Entdeckers Leif Eriksson vor der Hallgrimskirche in Reykjavik/Island. Der Wikinger soll als erster Europäer in Amerika an Land gegangen sein – und zwar in Neufundland vor der Küste des heutigen Landes Kanada. Foto: Roland Holschneider/dpa

„Davon, dass er Schlachten geschlagen hätte, hören wir gar nichts. Er war kein Schlachtenkämpfer“, sagt Rudy Simek. Der Geschichts-Experte spricht von Leif Eriksson.

Dieser war der Sohn eines reichen Bauern – und dazu ein super Seefahrer. Als erster Europäer soll er in Nordamerika an Land gegangen sein. Mehr als 1000 Jahre ist das nun her.

Sein Vater Erik der Rote war aus Norwegen und Island verbannt

Leifs Vater war Erik der Rote, ein ziemlich streitlustiger Typ. „In Norwegen war er wegen eines Verbrechens geächtet und auch aus Island wurde er verbannt“, erzählt der Geschichts-Experte. Zusammen mit seiner Familie und einigen anderen segelte Erik der Rote daher nach Grönland und gründete dort eine Siedlung.

Grönland war karg und kalt

Doch das Leben auf Grönland war schwierig. Denn es gab nur wenig Weideflächen für die Tiere und überhaupt keine Bäume. Deshalb musste Holz aus Norwegen herangeschafft werden. Doch die Schiffsreise dorthin dauerte lang und war obendrein sehr gefährlich.

Leif Eriksson segelte nach Westen und landete auf Neufundland

Darum suchten die Wikinger nach einer anderen Möglichkeit – und Leif Eriksson segelte Richtung Westen. Dort sollte es ein sagenhaftes Land geben: Vinland. „Manche glauben, Vinland heiße übersetzt Weinland. Es ist damit aber wohl eher Weideland gemeint“, erklärt der Fachmann.

Streit mit den Ureinwohnern

Und tatsächlich, Leif Eriksson fand es. Er landete auf der Insel Neufundland. Sie gehört heute zum Land Kanada. Für die Wikinger war es wohl so etwas wie das Paradies. Dort gab es Weideflächen und jede Menge Holz! Vermutlich sind die Wikinger aber nur wenige Jahre geblieben. Denn es kam zum Streit mit den indigenen Bewohnern, verrät Rudy Simek. Das waren damals die Einwohner Neufundlands.

Leif Eriksson, „der Glückliche“

Leif Eriksson hatte einen besonderen Beinamen. Man nannte ihn „den Glücklichen“. „Er wird als sehr edel und gerecht beschrieben, und er hatte in vielerlei Hinsicht Erfolg“, sagt der Geschichts-Experte. Nicht nur, dass Leif Eriksson das sagenhafte Vinland entdeckt hatte. Er erfüllte auch einen Auftrag des norwegischen Königs: Leif Eriksson bekehrte die Grönländer zum christlichen Glauben.

Abenteuer und Wahrheit

Und woher wissen wir, dass es Leif Eriksson war, der nach Amerika segelte? Das verraten die beiden „Vinland Sagas“.

300 Jahre später aufgeschrieben

Eine Saga erzählt eine Geschichte, die mündlich überliefert und dann aufgeschrieben wurde. Verfasst wurden die „Vinland Sagas“ etwa 300 Jahre, nachdem Leif Eriksson gelebt hatte.

Roman und Tatsache gemischt

An manchen Stellen erzählen die beiden Sagas dasselbe, an anderen Stellen widersprechen sie sich. Ein Fachmann erklärt, warum: „Das kommt daher, weil es keine Tatsachen-Berichte sind, sondern historische Romane. Man könnte sagen, eine Art Abenteuer-Geschichte.“ Trotzdem sind die beiden Sagas für Experten eine wichtige Quelle.

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