Anzeige

Nürtingen

Drei Tage

28.12.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Fest vorbei, Kühlschrank leer – selbst der Weihnachtsblues hat sich angesichts des strahlend schönen Wetters am Samstag und am Sonntag verflüchtigt. Höchste Zeit, dass die Geschäfte wieder öffnen und der männliche Teil der Bevölkerung erstens die Biervorräte auffrischen und zweitens der Schwarzpulver verarbeitenden Industrie massiv unter die Arme greifen kann. Denn unausweichlich naht Silvester, jene Nacht in der – Crash! Boom! Bang! – die Jahre aufeinander knallen und sich die Euros millionenweise in Nichts und bunte Lichter auflösen. Zunächst sei all jenen gedankt, die mit organisatorischen Meisterleistungen dafür gesorgt haben, dass ganze Familien trotz der rekordverdächtigen Ladenschlusszeit von dreieinhalb Tagen überlebt haben. Jenen, die nicht zufällig überwiegend femininen Geschlechtes sind und mit viel Umsicht einem massenweisen Verhungern und -dursten entgegengewirkt haben. Denn auch wenn diesmal die Verteilung von Feier- auf Wochentagen aus Arbeitnehmersicht als eher suboptimal (2. Weihnachtsfeiertag fiel auf einen Samstag) galt, pflegen die Beschäftigten im Einzelhandel sicher eine andere Sicht der Dinge: Drei freie Tage am Stück dürften in den meisten Jahren der Stoff sein, aus dem die Träume der Lebensmittel- oder Schmuck-Fachverkäuferin gemacht sind. 2009 wurden sie wahr: Endlich mal ein langes Wochenende, um das man nicht schon Monate vorher mit dem Chef kämpfen musste. Da mag Rogowski noch so rot sehen, drei Tage lang konnten außer Notdienstleistenden alle lohnabhängig Beschäftigten auf der faulen Haut liegen und den Arbeitgebern eine lange Nase drehen – wenn sie das denn wollten. Dafür lässt sich doch der eine Urlaubstag verschmerzen, denn mehr investieren musste, wer länger frei und sich nicht nur über die Feiertage auf und davon machen wollte.

Nürtingen