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Nürtingen

Bildungsnotstand

18.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nicht einmal im Tod ist man vor der GEZ wirklich sicher, auch nicht, wenn der schon vor mehr als 450 Jahren eingetreten sein sollte. Warum auch, schließlich liegt der Rundfunk- und Fernsehgebühren-Einzugszentrale kein Totenschein vor, der belegt, dass der Tod eines gewissen Adam Riese am 30. März 1559 auch wirklich eingetreten ist. Und was beweist schon so ein uralter Fetzen, auf dem der Tod des Rechenkünstlers kundgetan wird? Eben, der Mann könnte durchaus überlebt haben und seither „schwarz“ gehört oder gesehen haben. 500 Jahre lang. Ja, sollen die Sender etwa auf ein so erkleckliches Sümmchen verzichten, das da doch zusammengekommen sein müsste? Schließlich ist deren kostenintensive Aufholjagd den Privatsendern gegenüber noch lange nicht abgeschlossen. Jedenfalls war man in der Zentrale der Meinung, dass die Aufforderung an das Adam Ries (so hieß der gebürtige Staffelsteiner wirklich) gewidmete Museum, jener Herr Ries möge doch bitte seine Rundfunk- und Fernsehgeräte ordentlich anmelden und Gebühren bezahlen, sei zu Recht ergangen. Einen Aufklärungsversuch der Museumsleiterin beantwortete man mit einer Wiederholung der Forderung, inklusive einer Drohung mit „weiteren Maßnahmen“. Der alte Ries (oder was von ihm übrig ist) begann wohl im Grab zu rotieren, der Pressewald rauschte und die GEZ musste wohl oder übel einen Rückzieher machen. Dem offensichtlichen Bildungsnotstand sollte eigentlich der Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender abhelfen. Doch da wird lieber eine neue Telenovela geplant. heb


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