Nürtingen

Ärzte der Kreiskliniken weiterhin im Arbeitsausstand

21.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zu einer Kundgebung ins Kirchheimer Klinikum hatten die streikenden Ärzte der Kreiskliniken aus Nürtingen, Plochingen, Ruit und Kirchheim am Donnerstag geladen. Sie fordern gerechte Bezahlung für Dienste an 52 Samstagen und Sonntagen, an Weihnachten, Neujahr, Pfingstmontag, Fronleichnam und Nachtdienst rund ums Jahr. „Es kann nicht sein, dass Kollegen nach einer 16-Stunden-Schicht durch das Abfeiern am Folgetag ins Minus geraten oder Arbeitsstunden in der Nacht mit einem Bombole von 1,28 Euro versüßt werden“, sagte der Kirchheimer Oberarzt Dr. Hans Widmann. Er und seine streikenden Kollegen fordern, dass Bereitsschaftsdienste genauso bezahlt werden sollten, wie Regelarbeitszeit. Als unannehmbar bezeichnete Widmann die Ergebnisse der bisherigen Verhandlungsrunden, bei der die Arbeitgeber zwar bis zu 20 Prozent Zuschlag anboten, wovon nach Streichung des Zusatzurlaubs jedoch effektiv nur acht Prozent Erhöhung übriggeblieben seien. Weitere Forderung der Klinik-Ärzte: Die Entlastung von lästigen Verwaltungsaufgaben, damit sie wieder mehr Zeit der Patientenversorgung widmen können. Den Vorwurf der Arbeitgeber, der Streik komme zur Unzeit, lassen die Ärzte nicht gelten. Gemeinsam mit den Kollegen aus der Pflege und den Funktionsdiensten hätten sie in den letzten Jahren ein deutliches Plus erwirtschaftet. „So konnten Rücklagen für Krankenhausbau und Großanschaffungen gebildet werden. Wir sorgten in den letzten Jahren für ein deutliches Plus über der von der Geschäftsführung jährlich beschworenen schwarzen Null“, sagte Widmann. Der Verband Kommunale Arbeitgeber appellierte indes an die Ärztegewerkschaft Marburger Bund, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. sg/Foto: Holzwarth

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