Leserbriefe

„Wir zahlen nicht für eure Krise“

06.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Braun, Neckartenzlingen. Viele Bürger wissen noch nicht, wie sich die Finanzmarktkrise auf ihr Portemonnaie auswirkt. Sofern sie Lohnabhängige sind, kann als sicher gelten, dass das Geld, das aufgrund der vielfach propagierten und praktizierten „Lohnzurückhaltung“ nicht in ihre Taschen, sondern in die internationalen Finanzmärkte floss, nicht mehr da ist. Über ihre Steuergelder, mithilfe deren jetzt über die Banken kostspielige „Schutzschilde“ aufgebaut werden, werden sie ein zweites Mal geschröpft. Jetzt kommen auch noch die Arbeitgeber und fordern den Verzicht auf einen Urlaubstag zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Der Kapitalismus hat viele Gesichter. In der Verkleidung des größenwahnsinnigen Zockers ist er gescheitert. Jetzt tritt er als Klageweib auf und fordert die Lohnabhängigen zur Hingabe eines Teiles ihrer Lebensarbeitszeit auf. Demnächst kommen vielleicht noch die Banken und verlangen von ihren Kunden ein Notopfer für die Einrichtung einer „Volks-Bad-Bank“!

„Wir zahlen nicht für eure Krise“. Unter diesem Motto sind Hunderttausende am 28. März dieses Jahres auf die Straße gegangen, weil sie nicht für eine Krise bezahlen wollen, die sie nicht verschuldet und bei deren Zustandekommen sie keinen Cent verdient haben. „Wir zahlen nicht für eure Krise“ muss deshalb die Antwort sein an alle, die jetzt Lohnabhängige und vielleicht auch bald die Rentner, Hartz-IV-Empfänger und Arbeitslose für die Kosten der Krise haftbar machen wollen. „Wir zahlen nicht für eure Krise“ muss auch unsere Antwort sein an die Politiker von SPD, CDU, FDP und Grünen, die ihre Glaubwürdigkeit verloren haben, weil sie eine „Agenda 2010“ auf den Weg gebracht oder zumindest gebilligt haben. Der Sinn dieser Agenda bestand darin, Löhne und Sozialleistungen zu kürzen und das eingesparte Geld auf die deregulierten Kapitalmärkte umzuleiten, um den „Finanzplatz Deutschland“ zu stärken.

Leserbriefe

Großer Forst und die Wahlen

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Neuer Bauabschnitt sorgt für neuen Stau“ vom 21. Mai. „. . . zwischen Bahnhof und Nordtangente ging heute gar nichts mehr“. Man Stelle sich vor, Hugo Boss hätte doch auf dem Großen Forst gebaut und seine LKW-Flotte quält sich zusätzlich durch den Stau über…

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