Leserbriefe

Wenigstens das Gebäude erhalten

07.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Haug, Frickenhausen, SPD-Gemeinderat. Zum Artikel „Noch immer keine Entscheidung“ vom 30. April. Viel zu kurz in der Diskussion zum Alten- und Pflegeheim und dem Betreuten Wohnen im Gemeinderat kam das Gebäude Ochsen. Leider wird dort nie wieder eine Gaststätte betrieben werden. Was allerdings unzweifelhaft für viele Frickenhäuser noch wichtiger ist, ist, dass wenigstens das Gebäude als solches erhalten bleibt. Ist es doch eines der wenigen ortsbildprägenden Gebäude im Ortsteil. Zum „Ochsen“ haben noch viele Frickenhäuser persönliche Erinnerungen, er ist ein wichtiger Bezugspunkt der jüngeren Gemeindegeschichte. Dass man da nur mit der Abrissbirne seine Ziele verwirklichen kann, ist mir höchst unverständlich und das kann ich auch nicht akzeptieren. Gott sei Dank wurde ein entsprechender Antrag am Dienstag mit großer Mehrheit erst mal abgelehnt, hoffentlich auf Dauer.

Warum dieser Antrag aus heiterem Himmel gestellt und auch noch von der Verwaltung unterstützt wurde, bleibt für mich ein Rätsel, zum Wohle der Gemeinde wäre er jedenfalls nicht gewesen. Es gibt genügend Beispiele, gerade auch in unserer Gemeinde, wie man sein Ortsbild erhalten oder sogar verbessern kann, ich denke an die Bahnhöfe in Frickenhausen und Linsenhofen, die Linsenhöfer Kelter, Bücherei und Altenbegegnungsstätte sowie den ehemaligen Farrenstall. Überall dort stand schon der Bagger vor dem Haus, es wurde sich jedoch noch rechtzeitig eines Besseren besonnen. Gerade der Farrenstall ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man in alter Bausubstanz moderne Wohnungen errichten kann. Warum also nicht den Ochsen in betreute Wohnungen integrieren?

Oh je, das kostet ja viel Geld, dann rentieren sich die betreuten Wohnungen nicht mehr für den Investor! Ja werden die Wohnungen denn verschenkt oder werden sie zu marktüblichen Preisen verkauft? Und die Gemeinde, ist ihr das Ortsbild denn gar nichts wert? Eine halbe Million allein für die Sanierung des Sitzungssaals im so „schönen“ alten Rathaus ist immer notwendig. Nicht einmal die Hälfte davon, oder bei erfolgreichen Verhandlungen mit dem Investor sogar noch weniger, genügen, um unserer Gemeinde ein ortsbildprägendes Gebäude zu erhalten, für uns alle, für unsere Kinder. Das wäre vielleicht der Beginn einer Entwicklung für einen ansehnlicheren und lebenswerteren Ortskern. Denn schräg gegenüber vom Ochsen steht unsere Kelter, aber die ist ja auch so ein Trauerspiel.

Leserbriefe

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