Leserbriefe

Welttag gegen Homophobie

20.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Renée-Maike Pfuderer, Stuttgart. Wie es der Zufall will, fiel in diesem Jahr der Internationale Tag gegen Homophobie auf den Tag nach dem Maientag. Obwohl, ist dies wirklich Zufall? Unser Heimatfest, vielmehr das Fest in meiner ehemaligen Heimatstadt, und der Tag gegen Homophobie in direkter Folge? Auch wenn ich mich selber in keiner Weise beschweren kann, es waren doch wesentlich mehr Menschen als jemals gedacht, die mich auf meinem Weg unterstützten. So merke ich doch jetzt, wie frei es sich leben lässt, wenn es nicht immer irgendwelche Mitbürger gibt, die meinen, irgendetwas Besonderes zu wissen und mich dann gegenüber Dritten als lesbisch lebende Frau outen oder meine alte Identität preisgeben müssen. Vergangene Woche erst erdreistete sich der Abteilungsleiter einer Behörde, mich mit „Herr“ anzureden. Mit dem Ersten hatte ich ja nie ein Problem, das Zweite war einmal, ist Geschichte und sollte vor allem nicht von anderen, gegen meinen Willen, weitergetragen werden. Doch wie gesagt, ich konnte ja insgesamt lange Zeit ganz gut in Nürtingen meinen Lebensstil leben.

Wesentlich interessanter wäre es doch zu wissen: wie viele haben aus Angst vor oder wegen konkret erlebter homophober Situationen schon vor langen Jahren Nürtingen den Rücken gekehrt? Auch für all diese Menschen gingen wir am Sonntag in Stuttgart auf die Straße. Der Internationale Tag gegen Homophobie wurde im Jahr 2006 auf Vorschlag des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland ins Leben gerufen und soll daran erinnern, dass die WHO am 17. Mai 1990 Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel strich. Vielleicht müssen wir irgendwann diesen Tag nicht mehr begehen, dann nämlich, wenn das Phänomen Homophobie aus den Köpfen der Menschen verschwunden ist. Dann können wir alle aus Nürtingen weggezogenen, offen lebenden Lesben und Schwulen beim Maientagssingen auch wieder in das Abschlusslied „Kein schöner Land“ einstimmen. Denn schön gelegen ist Nürtingen doch noch allemal.

Leserbriefe

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